Barossa Valey

15.05.

Wir fahren von Robe aus weiter Richtung Barossa Valley. Während die Gegend im Südosten relativ dicht besiedelt ist, geht es hier kilometerweit durch leere Gegenden oft nur geradeaus. Das Navigationsgerät gibt an „38 km bis zum nächsten Wegpunkt“, danach „Bleiben Sie 65km auf dieser Straße“. Wir fahren an wenigen kleinen Dörfern vorbei, die auf der Strecke liegen. Auf diese Weise bringen wir ungefähr 300 km hinter uns.

Die Vegetation wird wieder trockener. Riesige Ebenen tun sich auf. In der Regel handelt es sich um Farmen, oft sieht man Kühe oder Schafe weiden. Obwohl ich mich frage, wie die Tiere in dieser kargen Landschaft satt werden können. Möglicherweise benötigt man deshalb so große Gebiete für die Tiere. Beinahe eine Verschwendung. Aber wofür sonst verwenden? Einfach die Natur wuchern lassen? Ich frage mich auch, ob das Land von vornherein so karg war oder ob das Land früher dichter Urwald war, der gerodet wurde. Die Landschaft ist in ein dumpfes, eher graues Gelb getaucht. Überall sieht man Warnungen, dass aktuell striktes Feuerverbot herrscht. Manchmal sind auch hier, so wie in der Nähe von Sydney, die Spuren von kürzlich Bränden sichtbar.

Eine dichtere Besiedlung beginnt wieder, als wir uns Adelaide nähern. Wir steuern „Hahndorf“ an. Hahndorf ist eine kleine Ortschaft etwa 30 km südöstlich von Adelaide. Es ist eine der ältesten deutschen Siedlungen in Australien und eine Touristenattraktion. Vom Brauhaus, zur Fleischerei bis hin zur Bäckerei mit deutschen Backwaren findet man die unterschiedlichsten Sachen.

Die Gegend hier wird auch Adelaide Hills genannt. Gleich im Anschluss etwas nordöstlich ist das Barossa Valley. Es wird als die berühmteste Weingegend Australiens bezeichnet. Die Angaben zur Rebfläche schwanken zw. 10.000 und 13.000. Wir fahren durch Williamstown, Lyndoch und übernachten in Nurioopta. Die meist kultivierte Rebsorte ist Shiraz. Im Barossa Valley finden sich bekannte Kellereien, wie Penfolds, Lindemans, Wolf Blass, … .

Am 16.03. wollen wir durch das Barossa Valley fahren. Wir halten beim Besucherzentrum vom Weingut Jacob’s Creek. Aber knapp 12 Uhr ist uns noch etwas zu früh, um mit dem Weinverkosten zu beginnen. Deshalb fahren wir weiter und besuchen verschiedene Orte und Aussichtspunkte im Barossa Valley.

Am frühen Nachmittag halten wir beim Weingut Wolf Blass und probieren verschiedene Weine. Bei jedem Wein wird eine kurze Geschichte über Herkunft und Geschmack erzählt. Das ganze ist gratis. Bloß für die Kostprobe aus der 140$ Flasche und der 170$ Flasche sind 15$ zu bezahlen. Das Servicepersonal erzählt uns, dass dieses Jahr sehr trocken war und mit einer geringen Ernte gerechnet wird. Es hat nur 25 Millimeter geregnet. Andererseits erhöht das natürlich den Preis. Als ein kurzer heftiger Schauer durchzieht, ist das ganze Personal äußerst begeistert.

Wolf Blass hat bei den Flaschen ganz auf Schraubverschluss umgestellt. Der Vollständigkeit halber erklärt uns die Dame hinter dem Tresen, dass Kork ein Naturprodukt ist und im Wachstum Umwelteinflüsse aufnimmt und diese auch wieder an den Wein abgeben kann. Qualitativer Kork ist deshalb teuer.
Während einer Testphase wurden aus ein und demselben Fass in Flaschen mit Schraubverschluss abgefüllt und in Flaschen mit Kork. Diese wurden nach sechs Jahren geöffnet. Es wurde uns erzählt, dass es so war, als würde man zwei unterschiedliche Weine trinken. Und die Gefahr, dass ein Wein kaputt geht, ist beim Schraubverschluss sehr viel geringer, als beim Korkverschluss.
Aber auch österreichische Produkte werden hier zum Verkauf angeboten, nämlich Riedel Gläser.

Morgen weiter nach Adelaide.

Danke fürs Lesen, Jürgen.