Kategorie: Australien

  • Zurück nach Sydney, Resümee

    Zurück nach Sydney, Resümee

    Die letzten Tage sind angebrochen. Nach Sydney sind es nur mehr wenige hundert Kilometer. Wir fahren zunächst weiter den Murray River entlang. Die Gegend ist von Obst, Gemüse und Weinanbau geprägt. Die Vegetation beginnt wieder grüner zu werden. Es ist zu erkennen, dass wir wieder in einem wasserreicheren Umfeld sind.

    28.03.
    Echuca, ebenfalls am Murray River, hatte einst mal den größten Binnenhafen Australiens. Aber der Ausbau des Straßen- und Eisenbahnnetzes führte zum Untergang. Echuca scheint es aber gelungen zu sein, erfolgreich auf Tourismus umzusatteln.

    29.03.
    Weiter den Murray River entlang Richtung Albury. Albury wird auch als Zwischenstopp auf der Strecke zwischen Sydney und Melbourne genannt, da es auf dem Hume Highway 31 liegt, der Verbindung zwischen beiden Großstädten. In Albury weithin sichtbar auf einem Hügel befindet sich das Albury War Memorial.
    Auf dem Weg nach Albure kommen wir in der Nähe von Yarrawonga durch ein Gebiet in dem vor ca. 2 Wochen ein Hurrikan gewütet hat. In den Nachrichten sieht man in der Regel Luftbilder und Ausschnitte von zerstörten Häusern. Wir alle haben solche Bilder schon viele male im Fernsehen gesehen. Diese Bilder können aber selten das Ausmaß der Zerstörung vermitteln. Meist habe ich diese relativ emotionslos angesehen. Der Hurrikan hat sich hier mehrere Kilometer entlang der Straße fortbewegt. Ein Caravan Park wurde zerstört. Die Kraft eines solchen Sturms lässt sich auch anhand der Zerstörung der Bäume erahnen. Große starke alte Bäume entlang der Straßen sehen regelrecht zerfetzt aus.  Es blieben nur die Stämme übrig. Die Baumkronen scheinen wie wie von einem riesigen Tier abgefressen aus.

    30.03.
    Canberra ist eine sehr weitläufige und grüne Stadt. Fährt man von den Außenbezirken Richtung Zentrum, erhält man den Eindruck, die Stadt ist von der Infrastruktur her für mindestens dreimal so viele Personen gedacht, als darin wohnen. Canberra ist eine Planstadt und wurde gegründet, als nicht entschieden werden konnte, ob Sydney oder Melbourne die Hauptstadt von Australien werden sollte.

    31.03.
    Das heutige Ziel sind die Blue Mountains. Vor der Weiterfahrt halten wir bei einem der vielen Parks, um noch ein paar Fotos zu schießen. Hier passiert es. Ich möchte wo raufklettern, rutsche ab und falle auf mein Knie. Das Ergebnis kann im Folgebeitrag nachgelesen werden.
    Die Blue Mountains sind etwa 100 km östlich von Sydney und deshalb nicht nur für Touristen, sondern auch für die Städter ein beliebtes Ausflugsziel. Berühmt ist hier die Felsformation Three Sisters, drei Felsen, die nach Aborigine Geschichte drei versteinerte Schwestern darstellen.

    01.04.
    Rückfahrt nach Sydney, Wolfgang und Thomas beim Hostel abliefern, da sie noch vier weitere Tage bleiben, Auto zurückgeben und Heimflug.

    Resümee
    Es war schön, wieder in Australien zu sein. Ich habe alte Plätze besucht, Erinnerungen aufgefrischt und neue Erlebnisse gemacht. Der Tierwelt war ich bei meinen vorigen Besuchen nicht so nah gekommen, wie dieses Mal.
    Wir drei waren eine gute Partie, es hat, aus meiner Sicht, keine Probleme gegeben. Unterwegs haben wir immer wieder nette Leute kennengelernt, zum Teil mit ihnen gefeiert. Die Zeit ist wie im Flug vergangen.
    Für meinen Geschmack sind wir in dieser „kurzen“ Zeit etwas zu viel gefahren. Wir haben so um die 8.000km zurückgelegt. Aber es gibt nur wenige andere Möglichkeiten, wenn man auf dem Landweg zum Uluru möchte.

    Was das Finanzielle anbelangt, ist Australien derzeit ein teures Reiseland. Man sollte auf jeden Fall mit 20% teureren Preisen bei Lebensmitteln und Essen rechnen. Die Preise für die Unterkunft habe ich nicht als so teuer empfunden. Hier gibt es aber starke Unterschiede. Beliebte Touristenziele sind sehr teuer, dafür kann man in anderen Gegenden vernünftig auch sehr günstig wohnen. Wir hatten einen Mix aus Jugendherbergen und Motels. Manchmal war es günstiger ein Motel zu nehmen, als in einem Gemeinschaftszimmer in einer Jugendherberge zu übernachten. Bei Alkohol muss mit mindestens den doppelten Preisen, als bei uns gerechnet werden.

    Die Reise hatte für mich einen „aufregenden“ Start und leider einen unglücklichen Ausgang, der meine weiteren Pläne durcheinander gewürfelt hat.
    Nichtsdestotrotz eine wunderbare Reise.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • Kings Canyon und zurück

    Kings Canyon und zurück

    22.03.
    Wir verlassen Uluru und fahren weiter Richtung Kings Canyon. Die Distanz beträgt „nur“ 300 km, ein Spaziergang. Beim Kings Canyon befindet sich nur ein kleines Ressort mit Tankstelle, ein kleiner Shop, Bar und Restaurant und Unterkünfte, von Camping Platz bis Luxus. Bei der Buchung für das Hostel ist etwas schief gelaufen und wir sind zu fünft in einem Vier-Bett Zimmer. Nach Reklamation erhalten wir ein Upgrade auf die teuren Kabinen. Große Zimmer, große Betten. Der wahre Luxus im Vergleich zu dem, was wir bis jetzt manchmal hatten.
    Aufgrund der Hitze ist der Kings Canyon Walk gesperrt. Wir schlagen die Zeit im Ressort tot und beschließen, am nächsten Morgen zeitig aufzustehen, um den Kings Canyon Walk gehen.

    23.03.
    Tagwache um 5:30. Wir sind eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang beim, vom Ressort ca. 10km entfernten, Kings Canyon. Es ist noch dunkel, aber über dem Horizont wird es langsam hell. Am Beginn geht es ca. 100 bis 150 Meter den Berg hoch, bevor man das Plateau entlang geht und danach wieder hinabsteigt in den „Garden of Eden“, einer grünen Oase inmitten des Canyons. Wir dachten, dass wir um diese Zeit die ersten beim Startpunkt sind und über die Absperrung klettern müssen. Weit gefehlt. Die ersten Leute krabbeln bereits auf halber Höhe den Berg hinauf. Da die Gruppen mit Guide unterwegs sind und ständig stoppen, um etwas erzählt zu bekommen, überholen wir sie alle und haben die Ruhe der Oase für ein paar Minuten für uns, bevor die erste Gruppe rein stürmt.

    Es gibt nicht viel zu berichten über diese Tage. Die meiste Zeit haben wir im Auto verbracht.
    Die nächsten zwei Tage müssen wir vom Zentrum Australiens, die ganze Strecke, die wir ein paar Tage zuvor hochgefahren sind, wieder zurück in den Süden. Coober Pedy, Port Augusta. In Coober Pedy übernachten wir wieder in Radekas Backbackers. Martin, der Inhaber, macht uns fürs Wiederkommen, vielleicht auch, weil uns bei der ersten Übernachtung die Kühlbox gestohlen wurde, einen guten Preis. Auf der Rückfahrt sehen wir viele Geier, die sich an den Känguru Kadavern vollfressen.

    „Verrückte“ habe ich auch schon auf meinen vorigen Reisen auf dem Stuart Highway (der Nord-Süd Verbindung durchs Outback) gesehen. Sei es, dass Leute mit dem Rad, mit einem Moped, zu Fuß oder auf einem Tretroller unterwegs waren. Auf unserer Rückfahrt sind wir einem begegnet, der mit dem Einrad unterwegs war. Er schien aber ordentlich organisiert gewesen zu sein. Neben ihm jemand mit einem Moped und hinter ihnen ein Begleitfahrzeug.

    Port Augusta scheint sich ziemlich herausgeputzt zu haben. Ich hatte es anders, nicht so schön in Erinnerung. Die Uferpromenade entlang sieht richtig idyllisch aus. Wir schlafen in einem alten Gasthaus. Ich liebe diese alten Gebäude im Kolonial Stil, aus dem 18xx Jahrhundert mit den knarrenden Stufen und den hohen Räumen. Es gibt Känguruh-Schnitzel zum Abendessen. Schmeckt ausgezeichnet. Beim Kings Canyon habe ich Pizza mit Kamelfleisch gegessen. Kamelfleisch hat mir nicht geschmeckt. Das Fleisch hatte einen neuen, ungewöhnlichen Geschmack, der mir nicht gemundet hat. Die Konsistenz des Fleisches möchte ich mit „körnig“ beschreiben.

    25.03.
    Am nächsten Tag geht es weiter nach Broken Hill, einer Minenstadt. Weitere 400km mit wenig dazwischen. Die Landschaft ist weiterhin öde, wir befinden uns noch immer im Outback.
    In Broken Hill übernachten wir im Palace Hotel. Das Hotel war Teil des Films „Priscilla, Königin der Wüste“, ein Travestie Film. Ein großes altes Gebäude mit riesiger Veranda im ersten Stock. Die Decken sind mit Naturbildern ausgemalt. Das Hotel hat seine besten Zeiten bereits hinter sich, aber es hat Charme. Am Abend wird der Film „Harold und Maude“ im großen Saal des Hotels gezeigt
    Auf dem Balkon spricht uns Lesley, eine lustige nette alte Dame, an. Sie hat schon ein, zwei oder vielleicht auch drei Gläschen Wein getrunken, lustig drauf und ist mit zwei Freunden aus New York unterwegs. Sie gibt uns Tipps wohin wir fahren sollen und was wir uns ansehen sollten, und macht kräftig Werbung für die Gegend. Irgendwann zwischendrin gesteht sie uns, dass sie bei einem Tourismusverband oder dergleichen arbeitet.
    Sie sagt uns, dass wir unbedingt zum Lake Mungo National Park in der Nähe von Mildura fahren sollen.

    26.03.
    Von Broken Hill weiter nach Mildura. 300km zurück in die „Zivilisation“.
    Auf Wiedersehen ihr unendlichen Weiten, auf Wiedersehen ihr endlosen geraden Straßen, auf Wiedersehen du rostrote Erde und du karge Gegend. Nach ungefähr 4.200 km in 9 Tagen beschließen wir für zwei Nächte in Mildura zu bleiben. Guter Service hat auch Werbung verdient. Wir übernachten im 7th Street Motel http://www.7thstreetmotelmildura.com.au/. Sehr gute Zimmer, sehr gute Lage, wenige Minuten zu Fuß zum Murray River, wenige Minuten zu Fuß zu Geschäften, Restaurants, Bars. Sehr nette freundliche Betreiber und das alles für einen angemessenen Preis. Stefanos Restaurant http://www.stefano.com.au/ ist auch nur ein paar Minuten entfernt. Stefano ist ein Italiener und dürfte als (Hauben)Koch zu etwas Ruhm gekommen zu sein. Angeschlossen ans Restaurant, oder vielleicht auch umgekehrt, gibt es  die lokale Brauerei mit diversen geschmackvollen Biersorten.

    27.03.
    Wir folgen dem Rat von Lesley und fahren zum Lake Mungo National Park. Im Lake Mungo wurden viele archäologische Funde gemacht. Darunter etwa 40.000 Jahre alte menschliche Überreste und etwa 60.000 Jahre alte andere fossile Funde. Aufgrund dieser Funde wird angenommen, dass es hier eine dichte, dauerhafte Besiedlung durch Aborigines gegeben hat.
    Die Distanz beträgt etwa 110 km, in eine Richtung. Etwa 20 km hinter Mildura endet die geteerte Straße. Es folgt ein Höllenritt über 90km auf einer Schotterpiste, die bestimmt nicht für unser Auto gemacht wurde. Lange Zeit über, kommen uns keine anderen Autos entgegen. Natürlich haben wir nur zwei Flaschen Wasser mit und auch nicht kontrolliert, ob wir überhaupt einen Reservereifen im Auto haben.
    Der See ist seit langer Zeit ausgetrocknet. Da der Rundweg im Nationalpark noch viel schlimmer ist, als die Schotterpiste dorthin, fahren wir nur die wenigen Kilometer bis zum ersten Aussichtspunkt.
    Es erwarten uns Sanddünen, felsige Überreste und ein heißer Wind, der den feinen Sand durch die Luft weht, welcher sich auch in den Atemwegen bemerkbar macht. Eine wahrlich unwirtliche Gegend.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • Adelaide to Uluru

    Adelaide to Uluru

    Wir kommen am So. 17.03. gegen Mittag aus dem Barossa Valley in Adelaide an. Rund um das Zentrum steht ein grüner Gürtel mit riesigen Parks. Die Uhr können wir um 1/2 Stunde zurückstellen. Richtig gelesen, eine halbe Stunde. Beim Einchecken im Hostel gibt uns der YHA Mitarbeiter bekannt, wo wir ein Irish Pub finden können (P.J. O’Briens) und wo am St. Patrick’s Day mit großer Wahrscheinlichkeit etwas los ist. Das Pub ist etwa 30 Minuten zu Fuß vom Hostel entfernt. Als wir dort gegen vier Uhr nachmittags ankommen, ist die Bude bereits gesteckt voll, eine Band spielt und man merkt, der eine oder andere Gast hat bereits früh zu feiern begonnen. Mit einem Glas Whiskey und Bier stürzen wir uns ebenfalls ins Geschehen. Nach kurzer Zeit lernen wir Leute aus der Umgebung von Adelaide kennen. Es folgt ein äußerst netter und feuchtfröhlicher Abend, der bei mir gegen 1 Uhr früh bei Hungry Jacks (Fastfood Restaurantkette) mit einem Burger endet.
    Den Montag benötigen wir um auszuschlafen. Ich bin mittlerweile zum dritten Mal in Adelaide, aber gesehen habe ich bis jetzt noch nicht viel davon. Dabei hat Adelaide knapp 1,5 Mio Einwohner. Da kann man sicher einiges unternehmen. Vielleicht beim nächsten Mal.

    19.03.
    Heute steht eine Gewalt Tour von ca. 850 km auf dem Plan. Das heutige Ziel ist Coober Pedy. Wir fahren bereits früh los. Nach den ersten 300 km erreichen wir Port Augusta. Port Augusta liegt am Scheideweg. Von hier kann man in alle Richtungen wegfahren. In den Westen nach Perth, in den Osten nach Sydney, zurück auf den südlichen Teil oder nach Norden Richtung Darwin, geradewegs ins Outback. Von hier nach Coober Pedy sind es noch über 500 km. Auf dieser Strecken liegen nur fünf bis sechs Orte und Raststationen. Wieder tun sich endlose Weiten auf. Die Vegetation ist, wenn auch über viele Kilometer gleich, relativ abwechslungsreich. Anfangs dominieren gelb graue Farm Länder mit ihren Gräsern, wie wir sie schon weiter südlich gesehen haben. Schon bald gibt es die rostig-rote Erde mit der Australien verbunden wird. Die Landschaft ist wieder karg und mit vertrockneten mit Bäumen und Sträuchern übersät. Dann fahren wir über weite Strecken durch steinwüstenähnliche Gegenden, die mit etwa kniehohen runden Büschen bedeckt sind. Die Farben ändern sich ständig. Von Gelb zu Grau zu Rot und auch zu Grün.

    Wir nähern uns am späten Nachmittag Coober Pedy. Coober Pedy ist eine Opal Abbau Stadt, wenn nicht die berühmteste. Auf dem Weg dorthin sind tausende von Hügeln Aushubmaterial zu sehen, die sich wie kleine runde Kegeln in der Gegend verteilen.
    Viele der Gebäude und Einrichtungen in Coober Pedy wurden ganz einfach in die Stollen unter der Erde verlegt, um der trockenen Hitze an der Oberfläche zu entkommen. Leider haben die meisten Attraktionen schon geschlossen. Vielleicht bleibt auf dem Rückweg noch etwas Zeit für einen Zwischenstopp.
    In der Jugendherberge Radekars Backpackers, die meisten der Zimmer befinden sich unter der Erde, quatschen wir bei einem Bier ein wenig mit dem Inhaber Martin. Er sieht aus wie ein Original. Ein kleiner knochiger Kerl mit langem weißen Bart. Der grüne Aussie-Hut hat seine besten Zeiten hinter sich, ausgebleicht, abgenutzt und an der Spitze vorne löchrig.

    Am nächsten Morgen, 20.03, möchte Martin noch ein Foto vor dem Hostel mit uns machen. „Damit er nicht nur Asiaten auf der Fotowand hat“, wie er sagt.
    Wir müssen außerdem feststellen, dass irgendjemand unsere Kühltasche samt Inhalt entwendet hat. Schinken, Käse, Bohnen, Thunfisch und ein paar Zutaten wie Chili Soße, Honig und anderes sind weg. Der größte Verlust war der Rest von Thomas 27$ Wein aus dem Barossa Valley. Das Frühstück ist dürftig an diesem Morgen. Bereits der zweite Verlust auf dieser Reise. Mein Navigationsgerät ist kurz nach Melbourne verschwunden, als wir auf einem Campingplatz in einer Hütte übernachtet haben. Wir haben die ganze Hütte auf den Kopf gestellt. Unauffindbar.

    Die Fahrt ist, wie gestern, ziemlich ermüdend. Kilometer um Kilometer geht es durch die Einöde nur geradeaus. Durch die große Hitze spiegelt sich die Luft am Horizont. Road Trains tauchen in weiter Entfernung als kleine Punkte aus diesen Spiegelungen hervor, als würden sie durch Tore aus einer anderen Dimension in die unsrige kommen, nur um Minuten später an uns vorbei zu donnern. Bei Road Trains handelt es sich um große Trucks, die meist mit drei Anhängern durchs Outback fahren und die entlegenen Ortschaften mit dem Nötigen versorgen. Sie können bis zu 55 Meter lang werden. An der Front haben sie einen sogenannten Bull-Bar (Bullenfänger). Diese Trucks stoppen für nichts. Weder für Kängurus, noch für Schafe noch für Kühe. Was in den Weg kommt, wird überfahren. Am Straßenrand sind besonders viele tote Kängurus zu sehen. Selten, aber doch sind es auch Kälber oder Kühe, da der Highway durch Farmgebiet geht und oft kein Zaun die Straße abgrenzt.

    Gegen 16:00 Uhr erreichen wir Yulara. Wir sind nun im nächsten Bundesstaat, dem Northern Territory und gewinnen wieder eine Stunde an Zeitunterschied. Yulara ist das Ressort beim Uluru. Das Ressort ist, wie eine kleine Stadt, mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet. Der Großteil besteht aus Unterkünften unterschiedlichster Art. Vom Campingplatz, Hostel bis hin zu vier Sterne Unterkünften. Ressort und Nationalpark Uluru sind getrennt. Vom Ressort zum roten Berg sind es etwa 20 km, zu Kata Tjuta, der zweiten Felsformation in dieser Gegend, sind es ca. 50 km.
    Die Hitze ist unerträglich. Es hat an die 40 Grad und die Luftfeuchtigkeit beträgt nur 7%. Wasser ist hier das wichtigste Gut. Am Abend fahren wir noch zum Sonnenuntergang Aussichtspunkt.

    21.03.
    Wie auch die letzten Tage stehen wir bereits sehr früh auf. Heute schon vor sechs. Schön langsam wird das unangenehm. Schließlich bin ich im Urlaub. Aber durch die großen Distanzen, die wir zurückzulegen haben, wird uns das frühe Aufstehen auch in den nächsten Tagen nicht erspart bleiben.
    Es ist noch dunkel, als wir beim Frühstück sitzen. In der Ferne begrüßen die Dingos heulend den Morgen. Wir kommen kurz vor sieben Uhr  rechtzeitig beim Sonnenaufgang Aussichtspunkt an. Danach machen wir uns auf, Uluru zu umrunden. Besucht man alle Punkte, beträgt die Strecke etwa 12 km. Anfangs bewegen wir uns noch auf der Schattenseite. Die Sonne erwischt uns aber schon nach wenigen Kilometern. Bereits am frühen Vormittag knallt sie gleißend auf uns herunter. Manche Wanderwege, so wie der Aufstieg auf den Uluru, sind gesperrt, wenn die Temperatur 36 Grad C übersteigt.
    Und dann sind da noch die Fliegen. Sie sind klein und aggressiv. Auf der Suche nach ein wenig Flüssigkeit stürzen sie sich zu hunderten auf unsere schwitzenden Körper und schwirren andauernd um uns herum. Besonders unangenehm ist es, wenn sie in Nasenlöcher und Ohren krabbeln. Der Insektenspray hilft so gut wie gar nichts. Viele Besucher haben ein Fliegennetz über dem Kopf. Eine gute Investition. Ich versuche mir die Tiere durch ständiges Wedeln mit einem Ast mit Blättern vom Leib zu halten. Wolfgang wickelt seinen Kopf mit einem weißen Unterhemd ein und Tom vergiftet sich mit Insektenspray beinahe selbst.
    Wir benötigen ca. 2 1/2 Stunden für die Umrundung. Die Parkleitung empfiehlt, auf Grund der Hitze, Wanderungen bis 11 Uhr vormittags abzuschließen und dann bis zum Abend keine anstrengenden Tätigkeiten zu unternehmen.
    Wir verbringen den Nachmittag mit essen, fernsehen, Fotos sortieren und Blog schreiben.

    Gegen Abend fahren wir nochmal in den Park zu Kata Tjuta. Die Distanz vom Ressort beträgt über 50 km. Schon aus der Ferne ist die sanfte  Felsformation mit ihren runden Hügeln sichtbar und lässt sich während der Fahrt lange betrachten. Auf gewisse Weise wirkt es so, als hätten sie Leben in sich, als hätte sich irgendeine Art von Tier hingelegt, um in der Sonne zu dösen …

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • Barossa Valey

    Barossa Valey

    15.05.

    Wir fahren von Robe aus weiter Richtung Barossa Valley. Während die Gegend im Südosten relativ dicht besiedelt ist, geht es hier kilometerweit durch leere Gegenden oft nur geradeaus. Das Navigationsgerät gibt an „38 km bis zum nächsten Wegpunkt“, danach „Bleiben Sie 65km auf dieser Straße“. Wir fahren an wenigen kleinen Dörfern vorbei, die auf der Strecke liegen. Auf diese Weise bringen wir ungefähr 300 km hinter uns.

    Die Vegetation wird wieder trockener. Riesige Ebenen tun sich auf. In der Regel handelt es sich um Farmen, oft sieht man Kühe oder Schafe weiden. Obwohl ich mich frage, wie die Tiere in dieser kargen Landschaft satt werden können. Möglicherweise benötigt man deshalb so große Gebiete für die Tiere. Beinahe eine Verschwendung. Aber wofür sonst verwenden? Einfach die Natur wuchern lassen? Ich frage mich auch, ob das Land von vornherein so karg war oder ob das Land früher dichter Urwald war, der gerodet wurde. Die Landschaft ist in ein dumpfes, eher graues Gelb getaucht. Überall sieht man Warnungen, dass aktuell striktes Feuerverbot herrscht. Manchmal sind auch hier, so wie in der Nähe von Sydney, die Spuren von kürzlich Bränden sichtbar.

    Eine dichtere Besiedlung beginnt wieder, als wir uns Adelaide nähern. Wir steuern „Hahndorf“ an. Hahndorf ist eine kleine Ortschaft etwa 30 km südöstlich von Adelaide. Es ist eine der ältesten deutschen Siedlungen in Australien und eine Touristenattraktion. Vom Brauhaus, zur Fleischerei bis hin zur Bäckerei mit deutschen Backwaren findet man die unterschiedlichsten Sachen.

    Die Gegend hier wird auch Adelaide Hills genannt. Gleich im Anschluss etwas nordöstlich ist das Barossa Valley. Es wird als die berühmteste Weingegend Australiens bezeichnet. Die Angaben zur Rebfläche schwanken zw. 10.000 und 13.000. Wir fahren durch Williamstown, Lyndoch und übernachten in Nurioopta. Die meist kultivierte Rebsorte ist Shiraz. Im Barossa Valley finden sich bekannte Kellereien, wie Penfolds, Lindemans, Wolf Blass, … .

    Am 16.03. wollen wir durch das Barossa Valley fahren. Wir halten beim Besucherzentrum vom Weingut Jacob’s Creek. Aber knapp 12 Uhr ist uns noch etwas zu früh, um mit dem Weinverkosten zu beginnen. Deshalb fahren wir weiter und besuchen verschiedene Orte und Aussichtspunkte im Barossa Valley.

    Am frühen Nachmittag halten wir beim Weingut Wolf Blass und probieren verschiedene Weine. Bei jedem Wein wird eine kurze Geschichte über Herkunft und Geschmack erzählt. Das ganze ist gratis. Bloß für die Kostprobe aus der 140$ Flasche und der 170$ Flasche sind 15$ zu bezahlen. Das Servicepersonal erzählt uns, dass dieses Jahr sehr trocken war und mit einer geringen Ernte gerechnet wird. Es hat nur 25 Millimeter geregnet. Andererseits erhöht das natürlich den Preis. Als ein kurzer heftiger Schauer durchzieht, ist das ganze Personal äußerst begeistert.

    Wolf Blass hat bei den Flaschen ganz auf Schraubverschluss umgestellt. Der Vollständigkeit halber erklärt uns die Dame hinter dem Tresen, dass Kork ein Naturprodukt ist und im Wachstum Umwelteinflüsse aufnimmt und diese auch wieder an den Wein abgeben kann. Qualitativer Kork ist deshalb teuer.
    Während einer Testphase wurden aus ein und demselben Fass in Flaschen mit Schraubverschluss abgefüllt und in Flaschen mit Kork. Diese wurden nach sechs Jahren geöffnet. Es wurde uns erzählt, dass es so war, als würde man zwei unterschiedliche Weine trinken. Und die Gefahr, dass ein Wein kaputt geht, ist beim Schraubverschluss sehr viel geringer, als beim Korkverschluss.
    Aber auch österreichische Produkte werden hier zum Verkauf angeboten, nämlich Riedel Gläser.

    Morgen weiter nach Adelaide.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • Melbourne nach Adelaide

    Melbourne nach Adelaide

    Wir verlassen Melbourne am 11.03. Die nächsten Tage wollen wir die Great Ocean Road entlang Richtung Adelaide fahren. Die 180 km bis zum Tagesziel gestalten sich als ziemlich schwierig, da wir am Vortag in Melbourne etwas länger aus waren. Wir versuchen die Strecke so schnell wie möglich hinter uns zu bringen und können die schöne Gegend und die kurvige Fahrt nicht so sehr genießen. Wir übernachten in Apollo Bay und sind froh, als wir dort gegen 14 Uhr eingecheckt haben und den Schlaf nachholen können.

    Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es die letzten Tage heiß war? Ziemlich heiß. Es hat gefühlte 1.000 Grad.

    Heute, 12.03., steht der touristische Teil der Great Ocean Road auf dem Plan. D.h. ins Auto einsteigen, anschnallen, ein bis zwei km fahren, abschnallen, aussteigen, 10 bis 15 Minuten laufen, Küstenformationen fotografieren, zurück zum Auto, einsteigen, anschnallen, … . Das ganze natürlich zwischen 10 und 14 Uhr. Da wo viele Südländer normalerweise Siesta halten.

    Zuerst sehen wir uns das Cape Otway Lighthouse an, „Australia’s most significant lighthouse“. Für viele Reisende war es nach Monaten auf der See die erste Sicht auf Land. Danach geht es Schritt für Schritt weiter, Gibson Steps, und was weiß ich alles. Bei den 12 Aposteln ist der größte Andrang. Die 12 Aposteln sind im Meer stehende Felsen aus Kalkstein (Wikipedia). Das Meer wäscht sie unten aus und irgendwann stürzen sie um. Ein Riesen Parkplatz, mehrere hundert Touristen, Besucher Zentrum, Helikopterflüge, und und und. Von den 12 Aposteln waren 2004 noch 9 vorhanden. Wie ich sehe, ist 2005 wieder einer umgefallen. Wenn das so weitergeht, können sie bald zusperren. Kaum vorstellbar, dass man für 170 km knapp 7 Stunden benötigt.

    Mi. 13.03.2013. Ein ziemlich ruhiger Tag. Vormittags haben wir uns in Warrnambool das Maritime Museum angesehen, ein Freiluftmuseum, in dem alte Gebäude vorhanden sind und zum Teil Personen in historischer Kleidung zu Schauzwecken Decken nähen oder Tischlerarbeiten durchführen.

    Danach sind wir nur etwa 30 km weiter nach Port Fairy gefahren, mit einem Zwischenstopp am Tower Hill Lake, einem ehemaligen Vulkan(krater).
    Port Fairy ist ein kleines Fischerdorf. Es hat eine kleine vorgelagerte Insel „Griffiths Island“ mit einem Leuchtturm und einem Rundwanderweg von etwa 3km Länge. Der Weg ist gesäumt von Möwen Kadavern. Wir konnten leider nicht herausfinden, warum dies so ist. Vielleicht kommen sie einfach nur zum Sterben hierher. Hin und wieder springen kleine Kängurus durch die Gegend.

    Die letzten zwei Tage hat es auch empfindlich abgekühlt. Von der Hitze der letzten Tage ist wenig übrig. Von Zeit zu Zeit ziehen Regenschauer durch. Abends gibt es Fish & Chips. Ausgezeichnet.Am Donnerstag, 14.03. versuchen wir etwas Kilometer zu machen. Sonntag wollen wir in Adelaide sein. Zum Einen, um den Grand Prix irgendwo gemütlich in einem Pub zu verfolgen, zum Anderen, um St. Patricks Day zu feiern. Davor möchten wir aber noch ins Barossa Valley, die Weingegend etwas nordöstlich von Adelaide.

    Wir bleiben heute in Robe. Etwa 350 km vor Adelaide. Auf der Suche nach Essen laufen wir durch die Stadt und finden am Hafen „Pollys Fish & Chips“. Eine kleine Bude mit einem Vorbau, wo man an einer Theke gleich vor Ort essen kann. Da uns am Vortag Fish & Chips ausgezeichnet geschmeckt haben, versuchen wir es heute noch einmal. Die Portion vom Vortag war nicht allzu üppig. In der Annahme, dass die Portionen hier etwa die gleiche Größe haben wie tags zuvor, bestelle ich zum Fisch (Blue Grenadier) noch zwei Kalamari und zwei Fishsticks. Bei der Bestellung erhalten wir je einen Zettel mit einer Nummer. Es dauert etwa fünf Minuten, bis das Essen fertig ist und nacheinander unsere Nummern aufgerufen werden. Der Verkäufer drückt jedem von uns ein Paket in die Hand, welches die Größe eines Ferkels hat. Ein hervorragendes Mahl. Von einer Portion hätten locker zwei bis drei satt werden können. Das ganze für 12,5 AUD.

    Morgen weiter Richtung Weingegend. Bis jetzt haben wir vorwiegend Bier getrunken.

  • Melbourne

    Melbourne

    Wir bleiben drei Nächte in Melbourne.
    Die Vorbereitungen für den Grand Prix nächstes Wochenende sind bereits voll am Laufen. Ein Großteil der Strecke ist schon eingezäunt. Die Straße ist aber noch offen und wir fahren die Strecke zum Teil ab. Wir können ein paar Blicke auf die Boxen erhaschen und etwas Rennfahrer Luft schnuppern.

    Entlang des Yarra River, der durch die Stadt fließt, findet das „Moomba Festival“ statt. Ein Riesen Jahrmarkt, mit allem was dazugehört, Riesenrad und andere Schaukeln, Schießbuden, Gaukler, Musikbühnen … . Auf dem Fluss wird ein Wasserschi-Wettbewerb ausgetragen. Das Moomba Festival wurde das erste Mal 1954 zum Besuch von Queen Elisabeth veranstaltet und ist seitdem jedes Jahr ein fixer Bestandteil.

    Melbourne hat etwa 3,4 Millionen Einwohner und ist ein Schmelztiegel an Nationen. Wie Ameisen bewegen sich unzählige Menschen auf den Straßen. Wir genießen zwei autofreie Tage und das Nachtleben mit Einheimischen, mit denen wir in Kontakt kommen.

    Nach Melbourne geht es, entlang der Great Ocean Road, weiter Richtung Adelaide, wo wir nächstes Wochenende verbringen wollen.

    Danke fürs Lesen, Jürgen

  • Von Sydney nach Melbourne

    Von Sydney nach Melbourne

    Nach einem langen Flug komme ich am 03 März gegen 22:30 Uhr in Sydney in der Jugendherberge an. Das reicht, nach einer schnellen Dusche, gerade noch, um zwei Begrüssungsbiere mit meinen Freunden zu trinken, bevor die Bar schließt.

    Am nächsten Tag gibt es ein kurzes Frühstück in der Nähe der Jugendherberge. Danach geht es mit dem ShuttleBus wieder Richtung Flughafen, um gegen Mittag das Mietauto entgegenzunehmen. Heute gibt es nur einen kurzen Trip nach Wollongong ungefähr 100km südlich von Sydney. Wir fahren die Küste entlang. Die Vegetation ist trocken aber üppig. Die Strecke ist von Eukalyptus Wäldern gesäumt (nehme ich mal an).

    Ich habe noch Probleme mit der Zeitumstellung. Im Auto schlafe ich oft kurz ein und von 5 Uhr morgens bis 7 Uhr morgens bin ich wach. Danach kann ich wieder einschlafen. Auch machen sich die extremen Temperaturunterschiede bemerkbar. Tagsüber hat es etwa 30 Grad Celsius, nachts wird es ziemlich kalt. Beim Schlafen ist das etwas störend.

    In Illawara gehen wir einen Baumwipfelweg. Der Steg ist in etwa 25m Höhe. Dann gibt es auch noch einen Turm mit etwa 45 Metern Höhe. Für mich, der Höhenangst hat, zum Teil kein leichtes Unterfangen. Es ist etwas wackelig, trotzdem wage ich mich auch auf den Turm. Meine Freunde verstehen nicht, dass ich bereits zweimal mit einem Tandem Fallschirmsprung aus dem Flugzeug gesprungen bin, aber kein gutes Gefühl habe in 25m auf einem wackeligen Steg zu gehen.
    Nach dem Baumwipfelweg besuchen wir noch die Fitzroy Falls, die nur ein paar km weiter sind.

    Der erste Kontakt mit Kängurus. Wir kommen am 05. März spät am Nachmittag in Pebbly Beach an. Am Strand befinden sich vier mittelgroße Kängurus. Langsam bewegen wir uns auf die Tiere zu. Sie fühlen sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht gestört. Natürlich nicht, wahrscheinlich sind wir die 1 millionsten Touristen die vorbeikommen. Es ist sogar möglich sie zu  streicheln, ohne dass sie zu fressen aufhören. Wenn sie ihren Kopf in die Höhe Strecken sind sie etwa 1.5 m hoch. An ihren Hinterbeinen haben die Tiere zwei kleine und eine große Kralle, an den Vorderpfoten haben sie fünf ebenfalls lange Krallen. Sie scheinen sehr friedliche Tiere zu sein. Aber ich glaube es ist nicht zu empfehlen sie zu ärgern. Eine Auseinandersetzung zieht sicher grobe Verletzungen nach sich.

    Während der Fahrt wechselt die Vegetation ständig ab. Manchmal sind es trockene Wälder, dann geht es durch sanfte grüne Hügelländer und dann wieder durch dichte Wälder mit hohen Bäumen, unterbrochen wird die Landschaft von Teils langen und weißen Stränden. Oft gibt es Strecken, wo die Baumstämme verkohlt sind. Wahrscheinlich, sind dies die Reste der Brände die vor wenigen Wochen im Süden Australiens gewütet haben.
    Im Vergleich zu Österreich macht hier das fahren Spaß. In Österreich gibt es auf Landstraßen kaum Distanzen über 20km, die nicht von einer oder mehreren Ortschaft unterbrochen sind. Auch der Verkehr ist in Österreich viel dichter. Hier kann man viele viele km durch abwechslungsreiche Gegenden dahingleiten, ohne dass die Fahrt gestört wird.
    Die erste Fahrt auf der linken Seite nach acht Jahren war wieder etwas gewöhnungsbedürftig. In den ersten ein, zwei Stunden sind meine Freunde sehr nervös neben und hinter mir gesessen. Es sind die üblichen „Fehler“ passiert: zu weit links gefahren, nicht auf rechtskommende geachtet, Blinker mit Scheibenwischer vertauscht. Es dauert eben ein wenig, bis man sich an die geänderten Verhältnisse anpasst.

    Der zweite Kontakt mit Kängurus war in Pambula Beach in der Nähe von Merimbula. Auf einem Camping Platz haben sich etliche Tiere herumgetrieben. Wie zuvor in Pebbly Beach waren sie relativ unbeeindruckt von uns. Sie haben hier zwischen den Campern gegrast und rumgelegen. Für die Einheimischen war das keine große Sache. Für uns drei natürlich ein großes Erlebnis diesen Tieren so nahe zu kommen. Als mich drei von ihnen plötzlich umzingeln, bin ich dann doch etwas erschrocken.

    Die Betreiberin der Jugendherberge in Merimbula hat uns den Tip gegeben, dass es auf Raymond Island eine Menge Koalas gibt. Am 7. März kommen wir in der größten Mittagshitze dort an. Es war aber nicht zu viel versprochen. Die Koalas hängen wie Trauben an den Bäumen. Naja, so viele waren es auch wieder nicht, aber es gab doch etliche zu beobachten. Faul sind sie in den Bäumen gehangen und haben dahin gedöst. Unsere Unterhaltung und die Kamerageräusche haben sie nicht im geringsten gestört. Manchmal sind sie aufgewacht. Nur um zu sehen, was da gerade passiert, bevor sie wieder in das Land der Träume entschwunden sind.

    Soweit verläuft der Trip ausgezeichnet. Wir sind durch Känguru und Koala Dung gewatet für eine Berührung mit den Tieren und ein gutes Foto. Mal sehen was noch auf uns zukommt. Morgen sehen wir auf dem Weg nach Melbourne vielleicht noch Pinguine. Ein Treffen mit den Verwandten? Wer weiß. 😉

    Update 09.03.2013

    Auf dem Weg nach Melbourne machen wir noch einen Abstecher nach Phillip Island. Phillip Island ist vor allem durch die Pinguin Parade bekannt. Am Abend marschieren die Pinguine aus ihren Behausungen ins Meer. Wir warten nicht bis zum Abend und sehen uns stattdessen einen Wildlife Park an. Beim Eintritt erhällt man eine Tüte mit Futter, das man an die Tiere verteilen kann. Wir erhalten das volle Programm. Kleine und große Kängurus, Emus, Schwäne und andere Tiere, die frei herumlaufen. Die Emus sind riesige Tiere. Einer verfolgt uns ständig. Das Tier ist etwa so groß wie wir. Er (oder sie) lässt uns nicht zu nahe kommen, trotzdem halten auch wir Abstand. Der Schnabel ist doch etwas respekteinflößend. Vor allem die Kängurus haben es uns angetan. Die Tiere sind hier natürlich handzahm und kommen angehüpft und angelaufen sobald man mit der Tüte raschelt. Sie fressen einem sanft aus der Hand. Es war fantastisch zu beobachten, wie sehr sich die Tiere auf ihren Schwanz stützen, um sich in die Höhe zu stemmen, wenn die Hand mit dem Futter in der Höhe etwas aus der Reichweite war. Auf dem weiteren Weg können wir dann noch einen Blick auf Pinguine ergattern. Sie verbringen den Tag in den, von Menschenhand gemachten, Holzbehausungen. Die Behausungen befinden sich in sehr weit über Meeresebene in steilen Hängen. Wir haben darauf verzichtet das zu beobachten, aber ich wundere mich wie die Tiere über die steilen Abhänge ins Meer und vor allem wieder zurück zu ihren Behausungen kommen.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • Haben Sie ein Visum? … Was?

    Haben Sie ein Visum? … Was?

    Es ist Samstag der 2. März. Heute ist mein Flug nach Sydney.  Ich verbringe die Nacht bei meinen Eltern, mein Dad bringt mich zum Flughafen. Kurz nach 3 in der Früh stehen wir auf. Noch schnell unter die Dusche und kurz vor 4 Uhr geht es los. Auf das Frühstück verzichten wir. Das wollen mein Dad und ich noch am Flughafen einnehmen. Außerdem möchte mein Dad noch den neuen Teil des Flughafens ansehen. Der Flugplan lautet mit Air Berlin von Wien – Düsseldorf  und dann mit Etihad Airways nach Abu Dhabi und Sydney. Geplanter Abflug in Wien ist 6:25

    Ich stehe beim Check-In. Die ganze Prozedur dauert schon etwas länger. Die Mitarbeiterin tippt auf Ihrer Tastatur herum und sieht angestrengt auf den Monitor.

    Plötzlich kommt die Frage: „Haben Sie ein Visum?“

    . . . . Stille . . . .

    Ich: „Was?“

    Sie: „Ich habe hier Problem Sie für den Flug nach Sydney einzuchecken. Haben Sie das ETA Visum beantragt?“

    Ich (noch immer ungläubig): „Für Australien benötigt man ein Visum?“

    Sie: „Ja. … … … … Aber das können Sie auch online beantragen.“

    OK, alles kein Problem. Laptop habe ich mit und am Flughafen gibt es freies WLAN. Ich, samt Gepäck, weg von Check-In Schalter und erkläre meinem Vater die Situation. Wir gehen mal etwas abseits und ich beginne im Internet zu suchen. „ETA Visum Australien“. Die Seite ist schnell gefunden. „Online beantragen“ klicken, Name, Adresse, Geburtsdatum erfassen. Land auswählen. Was jetzt? Da sind nur eine Handvoll Länder in der Liste verfügbar. Kann doch nicht sein. Also nochmal genau lesen.

    Wenn Sie aus einem der folgenden Länder sind …, können Sie das Visum online beantragen.

    Nur, Österreich ist da nicht dabei. Weiterlesen.

    Wenn Sie aus einem der folgenden Länder sind ,müssen sie das Visum in einem Reisebüro, bei einem anderen Agenten oder in der Australischen Botschaft ausstellen lassen.

    Schön langsam werde ich nervös. Gut, mal zum Air Berlin Schalter. Ich schildere mein Problem. Es geht hin und her und die Zeit rinnt davon. Ich höre: „Tja, da kann Air Berlin nichts machen. Die Flüge sind gebunden. Aber Air Berlin ist nur für den Flug nach Düsseldorf zuständig. Aber ohne Visum können wir Sie nicht einchecken.“
    Ich frage schon mal, wann der nächste Flug geht. 6. März. Zwischendurch sehe ich auch bei einer Flugsuchmaschine nach, ob es am nächsten Tag noch was gibt und was das kostet. Ich rufe auch die Australische Botschaft in Österreich an. Kann ja nicht schaden. Vielleicht ist um 5 Uhr in der Früh schon jemand dort. Es hebt sofort jemand ab. Natürlich nicht. Da läuft ein Tonband. Bürostunden von Montag bis Freitag von 8:00 bis irgendwann.

    Ich sage schon zu meinem Dad: „Ich fliege heute sicher nicht nach Sydney.“ Der 1. Dank gebührt meinem Dad. Er wirft dann die Idee auf: „Versuch mal nur nach Düsseldorf zu kommen. Dort hast du 3h Aufenthalt. Da ist zumindest mal Zeit gewonnen. Im schlimmsten Fall musst du von dort zurück.“
    Wieder zurück zum Air Berlin Schalter. Der Mitarbeiter gibt sich redlich Mühe eine Lösung zu finden. „Ne, er kann leider nichts machen. Aber vielleicht die Mitarbeiter vom zentralen Flugschalter (leider habe ich mir den Namen nicht gemerkt) gleich nebenan.“ Dann eben zum Nebenschalter. Ich werde mit „Sind Sie Herr Bauer?“ begrüßt. Mein Problem scheint sich bereits herumgesprochen zu haben.
    Der 2. Dank gebührt den beiden Mitarbeiterinnen vom zentralen Airport Flug Service (oder wie auch immer das heißt) und dem Mitarbeiter von Air Berlin. Gemeinsam telefonieren Sie ungefähr 1h herum und schöpfen alle Möglichkeiten aus, um die Flüge Wien – Düsseldorf und Düsseldorf-Abu Dhabi-Sydney aufzusplitten. Was letztendlich auch gelingt. Hurra, ich kann nach Düsseldorf.

    Mittlerweile ist es 6:05. Der Check-In hat offiziell um 5:55 geschlossen. Rüber zum Check-In Schalter, die Dame ist informiert. „Das Gepäck kommt aber erst mit dem nächsten Flug nach. Wenn Sie es in Düsseldorf nicht schaffen einzuchecken, müssen Sie das Gepäck bei Lost und Found abholen. Wenn Sie einchecken können, geht das Gepäck nach Sydney weiter. Aber wenn Sie alle Flüssigkeiten rausnehmen können Sie die Tasche mit in die Kabine nehmen.“ Ok, alle Flüssigkeiten raus, Duschgel, Haarschampoo, Deo, … kriegt man alles auch in Australien. Leider musste auch die Flasche Schnaps raus, die ich eigentlich mitnehmen wollte.  Der Boardingpass nach Düsseldorf ist ausgestellt, ich hetzte zum Gate. Es wird nur mehr auf mich gewartet. Um 6:20 sitze ich im Flugzeug.

    Aus den Lautsprechern tönt es „Boarding complete … ready for take off … Hier spricht ihr Kapitän. Es gibt viel Verkehr, es dauert noch bis wir abheben, wir haben einen Slot in 25 Minuten.“ Ich denke mir nur: Das können die doch nicht machen. Jede Minute zählt!

    Gegen 8:30 bin ich in Düsseldorf aus dem Flugzeug draussen. Passkontrolle, natürlich jede Menge Leute. Ich bin im Transitbereich und muss raus in die Abflughalle. Eine weitere Passkontrolle. Der Beamte sieht mich fragend an, als ich mit dem großen Rucksack aus dem Transitbereich komme. Ich erkläre kurz die Situation und frage, wie ich am schnellsten in die Abflughalle komme. Dort muss ich mich erst mal orientieren. Bei der Information frage ich nach, ob es einen Etihad Schalter gibt. „Ja, gibt es. Da hinten, an der linken Seite.“

    Es ist 9 Uhr, der planmäßige Abflug ist 11:00.  Beim Etihad Schalter erzähle ich erneut mein Problem. „Aber das ist doch kein Problem, das ist schnell erledigt!“ Ich bin beruhigt und übergebe Reisepass und Fluginformationen. Als ich die Worte höre „Bei der Schulung hat das ganz ausgesehen.“, denke ich mir: Das kann doch nicht wahr sein. Nach einer halben Stunde ist das Visum endlich ausgestellt und ich kann ohne Probleme einchecken.

    Jetzt hätte ich gut einen Schluck von dem Schnaps vertragen, den ich in Wien zurücklassen musste. Liegt nur noch der Security Check zwischen mir und dem Abflug. Ich lege meine Sachen auf das Förderband und gehe durch den Detektor. Am anderen Ende des Förderbandes warte ich auf meine Taschen. Eine der Taschen wird auf das Abstellgleis umgeleitet. „Ich glaube ich spinne, was ist denn jetzt wieder?“ Der Sicherheitsbeamte sagt: „Guten Tag. Ist das ihre Tasche? Ja? Bitte nehmen Sie die Tasche, wir prüfen auf Sprengstoffspuren.“ Aber natürlich, machen wir doch gerne. Mittlerweile bin ich auf alles gefasst.

    Letztendlich finde ich mich tatsächlich im Flugzeug nach Abu Dhabi wieder und ich habe zumindest einen halbwegs guten Sitz, wo ich ein wenig die Füße ausstrecken kann. Und eines der WCs hatte ein Fenster – ganz neue Aussichten.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.