Kategorie: vorher

  • Warten auf die Abreise

    Der letzte „Vorher“ Beitrag. Nur noch wenige Tage bis zur Abreise. Die Sachen, die noch zu erledigen sind bzw. waren, sind zum Großteil erledigt. Trotzdem ist der Zeitplan noch ziemlich eng. Wir kennen das alle. Vieles wird oft im letzten Moment erledigt.

    Das Schiff dürfte ungefähr auf halbem Weg sein. Ich habe bereits Kontakt mit dem Büro in Halifax aufgenommen und mich über den Ablauf für das Auslösen des Motorrads informiert. Zuerst zum Büro des Schifffahrtsunternehmens, um lokale Gebühren bezahlen. Danach ein paar hundert zum Zollgebäude und dann etwa 13 km bis zum Ankunftshafen.

    Wenn alles gut geht, nehme ich das Motorrad am 12.07., hoffentlich wieder im gleichen Zustand, wie ich es abgeliefert habe, entgegen.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • Abgeliefert

    Abgeliefert

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    Mittwoch Abend habe ich mich bei großer Hitze auf den Weg Richtung Wien gemacht. Ein kleiner Vorgeschmack, was mich vielleicht noch erwartet. Am Bahnhof werde ich angewiesen, das Motorrad auf die untere Ebene des Waggons zu fahren. Dort wird es von Bahn-Mitarbeitern festgezurrt. Mit dabei sind auch ein paar Harley Davidson Fahrer. Wie ich dann in Hamburg auf einem Plakat sehe, findet an diesem Wochenende ein Harley Treffen in Hamburg statt. Im Zug habe ich Glück und kann für ein paar Stunden ein Abteil mein Eigen nennen. Der Zug hält in verschiedenen Städten, mal länger, mal kürzer. Ich versuche früh zu schlafen. Von Zeit zu Zeit werde ich aufgeweckt. Mal ist es der Schaffner, dann die Grenzpolizei und irgendwann spät nachts kommt dann doch noch ein weiterer Fahrgast in mein Abteil. Obwohl ich liegen und mich ausstrecken kann, ist die Nacht auf den Sitzen ziemlich ungemütlich. Irgendwann tut mir der Rücken so weh, dass ich nicht weiß, wie ich liegen soll.

    Wir erreichen gegen halb 10 Uhr Hamburg. Ich vermeide die Autobahn und fahre über Landstraßen die ca. 120 km nach Bremerhaven. Eine Zeit lang geht es die Elbe entlang. Nur sieht man nicht allzu viel vom Fluss, da die Sicht durch meterhohe Dämme versperrt wird. Wieder brennt die Sonne vom Himmel. Ich erreiche die vorgegebene Adresse „Eurogate“ Bremerhaven. Das Abgeben des Motorrades gestaltet sich ziemlich einfach. Von der Rezeption werde ich in ein nahes Gebäude gesendet, dort erhalte ich eine Chipkarte, einen Abgabeschein und die Information, wo ich im Hafengelände auf das Personal warten soll. Die Chipkarte dient dazu, die Sicherheitsschleuse zu passieren. Im Hafengelände warte ich auf dem vorgegebenen Parkplatz. Hier treffe ich einen Deutschen, der ein Segelflugzeug zur Verschiffung nach Amerika abgibt. Nach wenigen Minuten kommt ein Hafenmitarbeiter. Er weist mich an, ihm zu folgen. Das Motorrad wird in einer Halle abgestellt, begutachtet und aus Versicherungsgründen auf bereits vorhandene Schäden untersucht. Danach werde ich wieder zum Ausgang gefahren. Der ganze Vorgang hat keine 30 Minuten gedauert.

    Am nächsten Tag erhalte ich noch einen Anruf vom Agenten, den ich mit der Organisation der Verschiffung betraut habe. Er erzählt mir, dass auch noch der Zoll einen Blick auf das Motorrad werfen möchte.

    Mit dem Taxi lasse ich mich zum Bahnhof in Bremerhaven fahren, wo ich meine Tasche in ein Schließfach gebe. Ich habe noch gut 3 1/2 Stunden Zeit bis mein Zug nach Hamburg geht und nutze die Zeit, um ein wenig durch Bremerhaven zu laufen.

    Die Nacht verbringe ich in Hamburg. Da ich für die Rückfahrt wieder den Nachtzug gebucht habe, sehe ich mir den Tag über Hamburg an. Die wenigen verfügbaren Stunden reichen leider nur aus, um durch die Speicherstadt und die neue Hafencity zu laufen und eine Fleetfahrt (= Schifffahrt durch die Kanäle) zu machen. Ein großer Teil der Hafencity ist Baustelle. Das ganze Viertel bekommt ein neues Gesicht verpasst. Sehr kubisch die neue Architektur.

    Die alten Speicher sind der größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt. Viele der Speicher werden heute nicht mehr für die Lagerung von Kaffee, Tee und Gewürzen verwendet. Die Gebäude wurden jedoch von IT-Firmen, Marketingbüros, Tanzstudios, Theatern, Museen und vielen anderen Unternehmen mit neuem Leben gefüllt. In der neuen Hafencity haben Geschäfte, Restaurants und Kioske, die sich an der Promenade knapp über der Wasserlinie befinden, dicke schwere Eisentüren, damit sie bei Hochwasser dicht gemacht werden können.

    Auf dem Heimweg habe ich ab Dresden ein Bett in einem 6er Schlafwagen. Auch nicht viel besser als bei der Hinfahrt. Vor allem sehr eng. Wieder habe ich Glück, wir sind nur zu dritt. In Prag gibt es mitten in der Nacht einen längeren Aufenthalt. Hier steigen noch sehr viele Passagiere zu. Der Zug macht in Wien nur einen Zwischenstopp und fährt dann weiter nach Budapest. Zwischen den Fahrgästen, die spät nachts in Prag eingestiegen sind und weiterfahren, und denjenigen, die in Wien aussteigen, herrscht nicht immer Harmonie.

    Sie (etwas lauter und etwas wütend): Schmeiß die Tür nicht zu, du Depp!

    Er: Was?

    Sie: Schmeiß die Tür nicht zu!

    Er: Halt die Klappe.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • bereit zum Verschiffen

    bereit zum Verschiffen

    Am Dienstag wurde das Service von BMW Bierbaum in Eisenstadt durchgeführt. Ich habe von meinem Vorhaben erzählt und durfte netterweise zusehen und mir vom Mechaniker ein paar Tipps holen, worauf ich unterwegs zu achten habe. Auch beim Bezahlen ist man mir entgegen gekommen. Kleinere Tätigkeiten, wie Luftfilter tauschen, schaffe ich auch alleine, das Vorderrad ein und ausbauen habe ich auch schon probiert. Beim nächsten Ölwechsel sehe ich noch mal genauer zu, dann geht auch das. So kann ich unterwegs bei der Wartung ein wenig sparen.

    Es war auf jeden Fall interessant einen kleinen Einblick zu bekommen. Natürlich wäre es gut, wenn ich mich etwas besser auskennen würde. Aber so hat jeder seinen Bereich. So wie der Mechaniker das Motorrad zerlegt und wieder zusammenbaut, mache ich das mit einem Computer. Das Prinzip ist irgendwie ähnlich, am Ende muss das Ding wieder einwandfrei laufen.
    Die letzten Teile sind angebaut, Schutz für die Stoßdämpfer und der Kettenöler wurde fertig verlegt. Der Kühlerschutz ist Marke Eigenbau und soll auf Schotterstraßen das Gröbste fernhalten.

    Das Motorrad ist bereit zum Verschiffen.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • Arbeiten am Motorrad und Test-packen

    Die Abreise nähert sich mit großen Schritten. In knapp zwei Wochen geht mein Motorrad auf Reise, in knapp fünf Wochen bin ich es. Die Organisation ist abgeschlossen. Es gibt nur mehr wenige Dinge, die zu erledigen sind, das Motorrad ist beinahe fertig. Nächsten Dienstag wird ein Service durchgeführt, danach werden die letzten Teile angeschraubt. Ich habe diese Woche das Motorrad das erste Mal mit dem gesamten Gepäck beladen. In Summe wiegt alles ca. 42kg. In Amerika kommen noch ein paar Ersatzteile dazu. Weiter im Süden wird dann wohl noch ein Satz Reifen hinten raufgeschnallt. Und nicht zu vergessen, ca. 3-5 Liter Wasser, die täglich mitzuführen sind. Aber bis zur Abreise werde ich noch ein paar Mal die Packliste durchgehen, vielleicht lässt sich das eine oder andere Teil noch streichen. Je weniger, umso besser.

    Hier ein paar Bilder von der Schrauberei und wie das ganze voraussichtlich voll beladen aussieht.

     

    Danke fürs Lesen, Jürgen

  • der Neubeginn

    Meinem Bein geht es von Tag zu Tag besser. Hatte ich in der ersten Woche drei Termine beim Physiotherapeuten, habe ich nun eine Woche bis zum nächsten Termin. Es sieht gut aus. Unsere Treffen sehen folgendermaßen aus. Der Therapeut testet aus, wie gut es mit der Belastung und der Beweglichkeit aussieht und zeigt mir dann entsprechende Übungen, die ich zu Hause selbständig durchzuführen habe.

    Mit der Bewegung und der Dehnbarkeit sieht es schon sehr gut aus, nur was die Belastbarkeit betrifft noch nicht. Z.B. das Aufstehen vom Stuhl mit nur einem Bein. Mit dem linken geht das ohne Probleme, beim rechten funktioniert das überhaupt nicht. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, der diese Funktion deaktiviert hat. Er hat mir auch empfohlen, viel Rad zu fahren und auf das Laufen noch zu verzichten. Beim Radfahren liegt nämlich nicht das ganze Körpergewicht auf dem Knie. Die ersten Ausflüge auf dem Heimtrainer hat mir der Hintern mehr weh getan als das Knie.

    Was meine Reise betrifft, der Neustart ist bereits festgelegt. Am 11. Juli ist der Abflug nach Halifax. Auch die Verschiffung ist bereits neu organisiert. Das Motorrad muss am 22. Juni in Bremerhaven sein. Die geplante Ankunft in Halifax ist am 8. Juli. Mit dem Gepäck liege ich bei ca. 40kg Gesamtgewicht. Das geht sich in zwei großen Taschen aus. Ganz schön teuer ein zweites Gepäckstück auf dem Flug, kostet 65,- EUR. Leider ist es bei einer RoRo Verschiffung nicht erlaubt, Sachen in den Koffern zu transportieren. Außerdem kommt es, wie ich nachgelesen habe, öfters vor, dass Koffer (bzw. Autos) aufgebrochen werden. Jedoch nicht auf dem Schiff, sondern, wenn die Fahrzeuge noch im Hafen auf die Verladung warten.

    Meine Sachen sind zum Großteil eingelagert. In einem Raum von ca. 20m2 hat mein ganzes Leben Platz – inkl. zerlegter Möbel.

    Das Motorrad wurde vor wenigen Tagen aus dem Winterschlaf geweckt. Bis jetzt bin ich aber nur 2 km gefahren. Zuerst mal einen Termin für das Service und Pickerl organisieren. Danach noch ein paar Sachen, wie Kettenöler und USB-Anschluss anschrauben …

  • Up in the air

    Up in the air

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    Mein Vater hatte gegen Ende des vorigen Jahres einen runden Geburtstag. Von der Familie hat er eine Ballonfahrt geschenkt bekommen. Dieses Geschenk sollte nun eingelöst werden. Vor etwa zwei Wochen habe ich für den heutigen Tag die Fahrt gebucht. Ich habe mich entschlossen, wenn ich meine Krücken los bin, fahre ich mit. Obwohl, ich habe schon ein wenig darüber nachgedacht, ob ich da mitmache (Stichwort: Höhenangst). Aber was kann schon sein? Im schlimmsten Fall sitze ich mit geschlossenen Augen im Korb am Boden.

    Ausgangspunkt war eine Wiese vor dem Schloss Schielleiten in der Nähe von Stubenberg am See in der Steiermark. Der vereinbarte Treffpunkt war um sechs Uhr früh. Wie wir später erfahren, ist es auf Grund der Thermik um diese Jahreszeit nur möglich morgens und abends zu fahren. Wir, Mum, Dad und ich sind etwas früher dort und warten. Nach und nach füllt sich der Parkplatz. Kurz vor sechs kommt das erste Fahrzeug, ein Kleinbus mit Anhänger, auf dem sich der Korb und in einem großen Sack der Ballon befinden. Korb und Ballon sind schnell abgeladen. Es sind nun doch eine Menge Personen da, die ebenfalls warten. Ich denke mir: Wir sollen da alle mit? Kurz darauf kommen auch schon fünf weitere Kleinbusse angefahren. Ruck Zuck verteilen sich die Körbe und Ballone auf der Wiese. Mit Ventilatoren werden sie erst mal zum Teil aufgeblasen. Nach wenigen Minuten werden auch schon die Brenner angeworfen. Wir „checken“ in der Zwischenzeit bei einer mobilen Theke ein und werden auf die einzelnen Ballone aufgeteilt. Mein Dad und ich sind gleich dem ersten Ballon zugeteilt. In jeden Korb passen elf Personen, ein Kapitän und zehn Fahrgäste. Vom Abladen des Ballons bis wir alle im Korb sind vergehen keine 15 Minuten. Und schon geht es los.

    Sanft lösen wir uns vom Boden. Der Ballon ist mit einem dicken Seil noch am Fahrzeug festgemacht. Sobald alles klar ist und wir stabil sind, wird dieses gelöst. Langsam steigen wir ein paar Meter in die Höhe. Die ersten zwei Kilometer fahren wir in geringer Höhe über die Felder und die Baumwipfel eines nahen Waldes. Andreas, unser Kapitän, steuert die Höhe des Ballons durch stoßweises Betätigen des Brenners … Pfchch Pfchchchchchch Pfchchchch … . Der Ballon reagiert etwas träge auf das Heizen der Luft. Das heißt, wenn der Brenner betätigt wird, dauert es gute 10 Sekunden, bis der Ballon zu steigen beginnt. Es erfordert sicher einiges an Kenntnis den Ballon in einer regelmäßigen Höhe über den Boden zu steuern und vor allem so vorausschauend einzugreifen, um Hindernissen geplant auszuweichen. Wenige Minuten nach uns starten auch die anderen fünf Ballone und beginnen uns zu folgen.

    Weite Teile der Landschaft sind noch in Frühnebel getaucht. Der Wind treibt uns langsam leicht süd-östlich. Im Ballon herrscht quasi Windstille. Manchmal sind leichte Windstöße zu spüren, aber der Ballon nimmt die Geschwindigkeit schnell an. Andreas beginnt den Brenner voll aufzudrehen. Wir geraten in andere Winde und werden nun nach Norden getrieben. Im Durchschnitt reisen wir mit etwa 25km/h. Wider erwarten macht mir die Höhe nicht viel aus. Es ist beinahe so als würde man im Flugzeug sitzen, nur frei. Das Land wird kleiner und kleiner. Wir steigen auf etwas über 2.400 Meter über Meeresspiegel. Das bedeutet hier ca. 2.100 Meter über Grund. Wir bleiben ein paar Minuten in dieser Region, bevor es wieder abwärts geht und Andreas sich auf die Suche nach einem Landeplatz macht. So einfach ist das aber nicht. Der Ballon ist dem Wind ausgeliefert und läßt sich nur geringst steuern. Wie uns Andreas erzählt dürfen sie überall landen, das ist gesetzlich geregelt. Sie versuchen jedoch in der Nähe von oder auf Straßen zu landen. Damit erstens wenig Flurschaden angerichtet wird, zweitens ist es so viel einfacher den großen Korb und den Ballon wieder zu verladen.

    Nach knapp 90 Minuten nähern wir uns wieder dem Boden. Es gibt ständig Kontakt mit dem Bodenpersonal, die uns quasi folgen. Drei der sechs Ballone landen nur unweit voneinander. Wir bewegen uns in geringer Höhe über dem Erdboden, steigen von Zeit zu Zeit leicht, um Stromleitungen oder Schornsteinen auszuweichen und sinken danach wieder. In der Nähe einer Straße werden wir vom Bodenpersonal eingefangen. Wir müssen die Straße überqueren, um auf die gegenüberliegende Wiese zu gelangen. Hier knallt uns beinahe ein Auto in den Korb. Vielleicht dachte die Dame, sie hat Vorfahrt und nicht bedacht, dass so ein Ballon ohne Bremsen unterwegs ist. Oder sie ist, ob des Ungetüms vor ihr, einfach nur erschrocken (ca. 30m Höhe, 7.000 m3 Inhalt und 2.000 m2 Fläche).

    Einer der Fahrgäste fragt, seit wann Ballon gefahren wird. Andreas beginnt “ … Gebrüder Montgolfiér, 5. Juni 1783 …“. Als ich sage: „Das ist bestimmt das Erste, was man lernt“, grinst er. Ich konnte nicht alles verifizieren, was uns Andreas erzählt hat, wahrscheinlich ist manches mit Augenzwinkern zu betrachten. Aber es war eine amüsante Geschichte.

    Zu damaliger Zeit gab es große Kamine in den Schlössern. Es wurde beobachtet, dass der Rauch nach oben gezogen wurde. Die ersten Annahmen waren, dass wenn man den Rauch in einen leichten Behälter verpackt, der Behälter steigt. Nach und nach fand man raus, dass es die heiße Luft ist, die steigt. Am 4. oder 5. Juni 1783 fand in Versailles die erste Fahrt statt. Nach dem erfolgreichen Start sollte das ganze am 19. Juni 1783 bei einem Riesen Spektakel der Öffentlichkeit vorgeführt werden. König Ludwig XVI, alles was Rang und Name hatte und etwa 130.000 Zuschauer waren vorhanden.

    Über das „Luft-Meer“ (deshalb auch fahren und nicht fliegen) war noch wenig bekannt und man traute der Sache nicht so ganz. Deshalb wurden ein Hammel, eine Ente und ein Hahn in die Lüfte gesendet. Die Fahrt ging ohne Probleme über die Bühne. Angeblich hat sich der Hahn bei der Landung ein Bein gebrochen.

    Jetzt stellte sich natürlich die Frage: Wer sollte der erste Mensch sein, der sich in die Lüfte erhebt? Eigentlich stand es dem König zu. Der befragte jedoch seine Berater: die Kirche, Mediziner und Physiker, welche Auswirkungen das Vorhaben auf das persönliche Wohl nach sich ziehen könnte. Die Kirche hat das ganze als Teufels Werk verdammt. Wer auch immer mit einem Ballon in die Höhe steigt, wird hinabfahren und für ewig in der Hölle schmoren. Die Mediziner vermuteten, dass es Lunge und Adern zerreißt und man eines qualvollen Todes stirbt. Auch die Physiker waren sich über den Ausgang nicht einig. Was tun? Zwei Sträflinge sollten als Versuchskaninchen herhalten. Sie wurden vor die Wahl gestellt. Ballon oder Rübe ab. Auch die hatten kein Vertrauen in die neue Technologie und haben das Schafott gewählt. Jean-François Pilâtre de Rozier, ein Physiker dachte sich, wenn es die Tiere ohne sichtbaren Schaden überstanden haben, wird es bei Menschen auch kein Problem geben. Mit ihm stieg auch der Gardeoffizier François d’Arlandes in den Korb. Am 21. November 1783 unternahmen diese beiden Personen die erste bemannte Ballonfahrt. Nach der Landung wurden sie noch an Ort und Stelle in den Adel gehoben. Eine Zeit lang erhielten Ballonfahrer den Adelstitel und Ländereien. Ländereien gibt es heute keine mehr. Aber der Adelstitel wird weiterhin verliehen.

    In einem Gasthaus in Stubenberg findet für uns die Taufe statt. Wir kniend, wird uns vom Kapitän eine Locke angebrannt und mit Sekt gelöscht.
    Das heißt, ich bin jetzt Graf. Mein Adelstitel ist: Graf Jürgen, den luftigen Aussichtsturm Himmel erklimmenden Edler zu Schloss Schielleiten. Ich bitte dies bei unserer nächsten Begegnung zu beachten. 😉

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

     

  • Wieder ohne Krücken

    Eine erfreuliche Nachricht. Seit gestern bin ich wieder ohne Krücken und Schiene unterwegs. Bin ich froh. Die letzten Tage sind mir schon ziemlich auf die Nerven gegangen. Aber das ist noch kein Grund um Luftsprünge zu machen, abgesehen davon, dass ich dazu noch gar nicht in der Lage bin. 🙂

    Eine Belastung des Beines ist nur sehr bedingt möglich, ich bin ziemlich schwach, und bis ich Kniebeugen machen kann, wird es auch noch dauern. Aber ich freue mich, dass ich wieder einigermaßen mobil bin.

    Der nächste Schritt ist, die Physiotherapie anzugehen und die Muskeln wieder aufzubauen und natürlich meine Abreise neu zu organisieren. Mein Ziel ist, dass ich Mitte Juli bis Anfang August starte.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

  • Woche 4/6 mit Krücken

    Die Zeit vergeht. Gestern hatte ich endlich den Termin für das MRT. Mein erstes. Da nur das Knie gescannt wurde, musste ich nicht ganz in die Röhre rein. Ich leide nämlich etwas unter Platzangst. Der Vorgang dauert etwa 10 Minuten. Währenddessen kriegt man einen Kopfhörer aufgesetzt, da das Ding ziemlich laut ist.


    Heute Vormittag habe ich im Spital angerufen, um einen Termin für die nächste Kontrolle zu vereinbaren. Mir wurde der nächste Dienstag angeboten. Das zieht sich ganz schön mit den Terminen. Auf meine Frage, ob ich denn nicht schon am Donnerstag oder Freitag kommen kann, wurde mir gesagt, natürlich, aber nur, wenn ich viel Zeit zum Warten habe. Hätte ich zwar schon, aber ich bin auch auf jemanden angewiesen, der mich fährt und da sieht es mit dem „Zeit haben“ etwas anders aus. Wie auch immer, ich hoffe, dass ich am Dienstag Schiene und Krücken vorzeitig ablegen kann. Meine Versuche, das Knie abzubiegen, enden bei ca. 45 Grad. Da wird noch einiges an Arbeit auf mich zukommen.


    Die Zeit habe ich damit verbracht, von allem etwas zu tun. Der Stapel an Zeitschriften ist kleiner geworden, ich habe mit Spanisch lernen begonnen, betreffend Masterarbeit habe ich ein wenig recherchiert und ich arbeite daran, meine Musiksammlung zu ordnen. Jetzt hoffe ich nur noch, dass ich endlich damit beginnen kann, mein Motorrad fertig zu schrauben, meine Dinge einzulagern, mit dem Packen zu beginnen …

  • Woche 2/6 mit Krücken vorbei

    Ich möchte den Blog während meiner Genesungsphase nicht einschlafen lassen. Mittlerweile habe ich 2 Wochen hinter mir. Im Prinzip geht es mir gut. In meinem Knie habe ich fast keine Schmerzen. Ich spüre aber die Auswirkungen der mangelnden Bewegung bzw. der Ruhestellung des rechten Beins. Wenn ich die Muskeln anspanne, verkrampft das Bein leicht, von der Schiene werden Druckstellen sichtbar, das Bein neigt dazu hin und wieder einzuschlafen.

    Ende letzter Woche hatte ich einen Kontrolltermin im Spital. Der Arzt hat gemeint, es sieht nicht so schlecht aus. Laut Röntgenbild befindet sich der Splitter dort, wo er sein soll. Für eine bessere Einschätzung benötige ich aber ein MRT. Dafür habe ich aber erst am 29. April einen Termin erhalten. Bis dahin sollte der Heilungsprozess auch schon ziemlich weit fortgeschritten sein. Vielleicht kann ich doch früher als geplant meine Reise antreten. Meine Unfallversicherung erstattet „nur“ die Selbstkosten. Schmerzensgeld erhalte ich nicht, weil nichts gebrochen, sondern „nur“ abgesplittert ist.

    Die meiste Zeit verbringe ich im Bett. Ich würde gerne mehr Zeit an meinem Schreibtisch arbeiten, wo ich einen großen Monitor habe. Auf einem Stuhl sitzen ist aber ziemlich unbequem, weil der Oberschenkel dauernd auf der Kante aufliegt, was ziemlich unangenehm drückt und hinderlich für die Durchblutung ist. Hier habe ich noch keine gute Lösung gefunden.
    Mit dem Laptop, auf einem dieser Gestelle wo man Essen ins Bett serviert, lässt sich aber im Bett relativ komfortabel „arbeiten“.
    Die Beinschiene geht mir gewaltig auf die Nerven. Vor allem beim Schlafen ist sie unbequem. Auch das Rumhüpfen mit den Krücken ist ziemlich anstrengend.

    Fad wird mir aber nicht. Es gäbe ein paar große und kleinere Brocken, denen ich mich widmen kann, wie, um die Masterarbeit kümmern, Spanisch lernen, mehr Zeit in den Wertpapiersektor investieren, liegengebliebene Zeitschriften durchblättern, und und und … . Aber meiste Zeit lasse ich mich vom Fernseher unterhalten.
    Genug gejammert.
    Zumindest lässt das Wetter zu, dass ich draußen sitzen kann.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.