Wenn man seinen Job zu ernst nimmt

29.09.

Der geplante Abflug nach Bogota ist um 11:40. Zum Glück ist das Taxi früher beim Hostel als bestellt, zum Glück gibt es keinen Verkehr und ich bin noch vor 9:30 am Flughafen.

Ich möchte einchecken. Fragt mich die Dame, ob ich ein Weiterreiseticket habe oder wann ich zurück nach Österreich fliege. Ich zeige ihr meinen Helm und erkläre ihr, dass ich mit dem Motorrad unterwegs bin.

Nein, das geht nicht. Die Einreisebestimmungen sagen, ich muss ein Ausreiseticket haben. Ich bin ziemlich schnell ziemlich genervt und diskutiere ziemlich erregt mit ihr.

Sie bietet mir an, ein Ticket zu kaufen. Ich frage was das kostet. Über 700 USD. Ich bin kurz davor sie zu fragen, ob sie spinnt. Sie bleibt bockig. Ich frage noch nach Internet oder einem Reisebüro. Internet ist langsam, Reisebüro gibt es hier nicht.

Ich habe 1 Stunde Zeit um das Problem zu lösen. Kurz: ich schaffe es in der Stunde nicht ein grenzüberschreitendes Busticket zu kaufen und auch keinen Flug. Ich lasse es drauf ankommen und stelle mich erneut beim Check In an und hoffe nur, dass ich nicht wieder bei ihr lande. Ich habe Glück.

Auch die neue Dame fragt mich, wie lange ich in Kolumbien bleibe und ob ich ein Weiterreiseticket habe. Ich sage: Ich bleibe eine Woche in Kolumbien und fahre dann mit dem Bus nach Ecuador. Sie sieht mich zwar etwas komisch an, checked mich aber ein.
Im Flieger sitze ich mal. Ich bin schon gespannt, ob die mir in Bogota auch Schwierigkeiten machen.

In Bogota keine Rede, bei der Passkontrolle wieder die üblichen Fragen: Wie lange bleiben Sie? Der Grund Ihrer Reise, geschäftlich oder Urlaub?
Ich: Transit. Ich bleibe eine Woche in Kolumbien, danach geht es weiter nach Ecuador.
Er, freundlich: Was nur eine Woche? Sie müssen länger bleiben!
Stempel in den Pass und erledigt.

Danke fürs Lesen, Jürgen.