Ternopil – nicht Tschernobyl

Verfasst von

in

15.06

Ternopil – nicht Tschernobyl

Weiter Richtung Osten. Ich versuche auch heute Kilometer zu machen. Aber die Straßen sind eine echte Katastrophe. Tiefe Schlaglöcher ohne Ende. Die Fahrt gleicht oft mehr einem Slalomparkour. Alles am Motorrad scheppert.

Eigentlich will ich noch gut 100km fahren, aber bei diesen Straßenverhältnissen, will ich mir das nicht antun und mache in Ternopil halt.

Ternopil

Beim ersten Hotel werde ich abgewimmelt, dass nichts frei ist. Das Hotel hat ziemlich fein ausgesehen. Ich gehe mal davon aus, dass mein Erscheinungsbild, dreckige Motorradkleidung, verschwitzt, nicht adäquat war. 

Ich fahre weiter und bleibe beim nächsten Hotel stehen, welches an der großen Ausfahrtstraße anzutreffen war. Billig aber für meine Ansprüche ausreichend.

Großer Streck. Schon etliche Kilometer zuvor hatte mein Motorrad Macken gemacht. Der Drehzahlmesser ist unkontrolliert hochgefahren. Als ich beim Hotel das Motorrad umparken möchte – Tod. Verdammt, und das am zweiten Tag. Ich ehme erst mal eine Dusche und sehe mir dann die Batterie an.  Zum Glück war nur eine Schraube locker.

Als ich mich mit „Spasibo“ (Danke auf russisch), beim Hotelinhaber für seine Unterstützung bedanke, friert im kurz das Gesicht ein. Er klärt mich auf dass „Dyakuyu“ das richtige Wort auf ukrainisch ist.

Russen und Ukrainer sind im Moment wohl nicht so gut aufeinander sprechen.

Ich mache noch etwas Sigthseeing. Ternopil sieht ziemlich nett aus. Hat eine Wasserfront zu einem See, mit Promenade.

Es ist gerade ein Fest im Gange. Ich hole mir gegrilltes und Bier. Schulkinder besprühen sich mit Farbpulver. Vielleicht ist Schulschluß oder dergleichen.

16.06

Weiterhin unfaufregend, bloß die Straßen sind besser. Ich steige kaum ab, bloß zum tanken, essen oder pinkeln.

Vor Kiev mache ich halte und finde den Campingplatz nicht. Einige Meter weiter befindet sich ein Autodrom, wo gerade ein Motorrad Rennen stattfindet. So dauert es nicht lange und jemand hält auf, um mich zu fragen, ob ich Hilfe benötige.

Der Typ gehört zu http://motohelp.ua einer Non Profit Organisation, die Motorradfahrern Hilfe anbietet, wenn sie in Not geraten, Unfall oder dergleichen. Er erklärt mir dann auch, wo ich den Camping Platz finde.

Camping Platz ist übertrieben. Es handelt sich um den Parkplatz vor einem Hotel. Toilette kann man benutzen. Dusche gibt es keine.

Ein Deutscher im Wohnwagen leiht mir einen Schlauch mit Brause, damit ich den Gartenanschluß nutzen kann um mich zu waschen.

Ich laufe dann noch kurz zum Mototrom vorbei und sehe mir an wie die Rennfahrer ihre Runden drehen.

ein paar Fotos