{"id":5301,"date":"2014-03-14T14:04:00","date_gmt":"2014-03-14T14:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/?p=5301"},"modified":"2025-09-12T14:05:39","modified_gmt":"2025-09-12T14:05:39","slug":"kein-mcdonalds-in-bolivien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/index.php\/2014\/03\/14\/kein-mcdonalds-in-bolivien\/","title":{"rendered":"kein McDonalds in Bolivien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/j-bauer.at\/piwigo\/index.php?\/category\/159\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Album<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Ich steh\u2019 am Titicaca See,<br>der Hintern tut vom Fahren weh.\u201c<br>Bewunderer der gehobenen Literatur erkennen sofort .. Hier ist ein Poet verloren gegangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>13.03. \/ 14.03.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2 N\u00e4chte in Tupiza. Es ist sonnig und hei\u00df.<br>Eigentlich wollte ich mich auf die Spuren von Butch Cassidy and Sundance Kid begeben. Angeblich wurden die beiden in San Vicente, das etwa 110 km von Tupiza entfernt liegt, in einem Feuergefecht mit bolivianischen Soldaten erschossen. Ich gebe das Vorhaben nach knapp einer 3\/4 Stunde auf. Die einspurige kurvige Schotterstra\u00dfe f\u00fchrt durch die Berge und ich habe vielleicht 15 bis 20 km geschafft. Da w\u00fcrde ich 5h nur in eine Richtung ben\u00f6tigen. Also erkunde ich die nahe Umgebung und verbringe einen gem\u00fctlichen Tag. Auch hier gibt es eine bizarre Landschaft, kostenfrei, sofern man die M\u00f6glichkeit hat hinzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>15.03.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Tupiza geht es nach Potosi. Zum zweiten Mal qu\u00e4le ich mich durch den horrenden Verkehr in die hochgelegene Innenstadt. Diesmal blieb mir das Wetter hold. Die Regenzeit scheint dem Ende entgegen zu gehen. Es regnet zwar jeden Tag noch immer, aber es handelt sich meist nur um kurze Schauer am Nachmittag oder Abend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viel steht nicht auf dem Plan. Am fr\u00fchen Abend gehe ich mit zwei Kanadierinnen und einem Amerikaner eine Kleinigkeit essen. Etwas sp\u00e4ter dann noch mal mit einem Belgier und zwei Schweizerinnen. Wir bewegen uns in der nahen Umgebung des Hostels. Nach dem Essen fragen wir auf der Stra\u00dfe ein paar Einheimische, wo wir noch etwas trinken gehen k\u00f6nnen. Sie sagen uns, wo es sicher ist und wo nicht. Auf dem Hauptplatz spricht uns dann kurz darauf ein ziemlich betrunkener Einheimischer auf englisch an, so um die 30, besser gekleidet. Er kriegt kaum einen geraden Satz raus. Wir h\u00f6ren ihm eine Weile zu. Der Belgier in unserer Gruppe, ich kann mich an den Namen nicht mehr erinnern und nenne ihn einfach B, wird dann von einem anderen einheimischen Typen etwas auf die Seite gezogen. Bei solchen Sachen werde ich misstrauisch. Was ist es, was nicht vor der Gruppe besprochen werden kann?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">B sagt dann zu uns, der Einheimische kann uns zu einem Lokal bringen. Ich traue der Sache nicht ganz. Wir gehen zwei Bl\u00f6cke weit, als uns die Einheimischen von vorher von weitem Zurufen. \u201eHey, Hey, No, No &#8211; nicht in diese Richtung, das ist eine unsichere Gegend.\u201c Der andere ist kurz darauf verschwunden. Wir plaudern noch eine Weile mit ihnen und probieren vom hochprozentigen Schnaps den die Gruppe mit hat. Danach kehren wir kurz in ein kleines schmuddeliges aber nettes Hardrock-Lokal ein, in dem ein paar Leute mit ihren schwarzen Lederjacken und dunklem Erscheinungsbild sitzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>16.03.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fahrt von Potosi nach Oruro ist wieder mal ein wahres Highlight. Bei kaltem, aber blendendem Wetter geht es meist auf \u00fcber 4.000m Seeh\u00f6he auf einer Strecke mit langgezogenen Kurven durch eine wunderbare Landschaft dahin. Es ist ein Tanz mit der Natur.<br>Oruro hingegen ist nicht unbedingt ein Highlight. Ein Schauer zieht \u00fcber die Stadt und ich ziehe mich nach dem Essen in mein Hotelzimmer zur\u00fcck und sehe fern. An einem Denkmal an der Stadtausfahrt sieht man den dominierenden Industriezweig (Abbau von Rohstoffen) und wer auch dazu beitr\u00e4gt (China). Das Denkmal ist ein riesiger Bergarbeiter Helm und davor schlingt sich ein Drache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>17.03.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So sch\u00f6n die Strecke von Potosi nach Oruro war, so schrecklich war die Strecke von Oruro nach La Paz. Eine einzige Baustelle, da sie gerade auf 4 Spuren ausgebaut wird. Schwere alte LKWs und Busse verpesten die Luft mit ihren stinkigen Abgasen. Die ersten Vororte von La Paz sind ein wahrer Horror. La Paz ist wieder eine der St\u00e4dte, wo sich die Verkehrsregeln in &#8211; der schlechten &#8211; Luft aufl\u00f6sen. Jeder f\u00e4hrt wie er will. Man n\u00e4hert sich der Stadt auf 4.000m Seeh\u00f6he, f\u00e4hrt ungef\u00e4hr 10km durch die Vororte, dann erreicht man quasi die Kante der Hochebene und ist mal v\u00f6llig baff vom Anblick, der einem geboten wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man blickt hinab in ein weites, tiefes Tal. Auf allen H\u00e4ngen, egal wie steil und hoch, schmiegen sich die H\u00e4user aus rot-braunen Ziegeln. Nachts sehen die Lichter der H\u00e4user so aus, als w\u00fcrden tausende von Kerzen leuchten.<br>Laut Wikipedia liegt der tiefste Punkt der Stadt bei etwa bei 3.200m und der h\u00f6chste bei etwa 4.100. Laut GPS liegt das historische Zentrum auf einer H\u00f6he von ca. 3.600m.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich durch die Vororte gefahren bin, hatte ich einen negativen Eindruck. Abends und auch als es schon dunkel ist, spaziere ich durch die Stadt. Menschenmassen dr\u00e4ngen sich durch die Gassen, der Verkehr staut sich in den Stra\u00dfen. Ich finde gefallen an ihr. Sie hat auf ihre Weise ihren eigenen Charakter und Charme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwer hat mir erz\u00e4hlt, dass es in Bolivien keinen McDonalds gibt. Zuerst habe ich in einem Restaurant einen Salat gegessen. Der Salat war nicht gerade f\u00fcllend und es hat mich noch in eines der lokalen Fast Food Restaurants getrieben, wo ich noch einen Burger gegessen habe. Das Ambiente, Einrichtung, Ablauf, unterscheiden sich in kleinster Weise von gro\u00dfen internationalen Ketten \u2026 und es schmeckt auch nicht viel anders.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck im Hostel habe ich dann etwas im Internet nachgelesen. Und hier ist ein typisches Beispiel zu finden, wie Medien falsche Informationen verbreiten.<br>McDonalds hat sich 2012 tats\u00e4chlich aus Bolivien zur\u00fcckgezogen, sie konnten hier nicht wirklich Fu\u00df fassen und bei der Bev\u00f6lkerung ankommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Medien wurde das dann gro\u00dfteils folgenderma\u00dfen dargestellt. Die Bolivianer \u201ezeigen Respekt vor ihrem K\u00f6rper und sind sehr vorsichtig welche Nahrung sie zu sich nehmen&#8220;, waren misstrauisch gegen\u00fcber dem Fastfood, das lokale \u201eFastfood\u201c wie z.B. Empanadas werden bevorzugt, usw. Vollkommener Schwachsinn!<br>Hier im Zentrum von La Paz habe ich mindestens f\u00fcnf unterschiedliche Fastfood Ketten ausmachen k\u00f6nnen, die nach dem Prinzip McDonalds, Burger King, KFC, \u2026 arbeiten. Beinahe an jeder zweiten Ecke findet sich ein derartiges Lokal. Von wegen, Respekt vor dem eigenen K\u00f6rper &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>19.03.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich verlasse die Gro\u00dfstadt und fahre auf der Ruta 2 weiter nach Copacabana. War ich froh, als ich das Verkehrschaos hinter mir hatte.<br>Etwa 40 km vor Copacabana ist es notwendig, ein kurzes St\u00fcck mit der F\u00e4hre zu \u00fcberwinden. Die F\u00e4hren sind sehr einfache flache Holzboote, auf die vielleicht zwei Autos passen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend ich warte, kommt Peter aus Deutschland an. Es schlingert ganz sch\u00f6n und wir m\u00fcssen unsere Motorr\u00e4der festhalten. Wir fahren gemeinsam weiter. In Copacabana checken wir in einem feinen Hotel am Strand ein und lassen es uns mit dem letzten Geld noch gut gehen. Zur peruanischen Grenze sind es nur noch 9 Kilometer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lt. Wikipedia war Copacabana mal ein indigenes religi\u00f6ses Zentrum, heute ist es ein ziemliches Touristendorf, das haupts\u00e4chlich aus Hotels. Restaurants und Souvenirshops besteht.<br>Trotz allem ist die Gegend hier ziemlich sch\u00f6n, und Lake Titicaca ist riesig. Das Wasser reicht bis zum Horizont. So lasse ich morgen das n\u00e4chste Land hinter mir und besuche erneut Peru.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke f\u00fcrs Lesen, J\u00fcrgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Album &#8222;Ich steh\u2019 am Titicaca See,der Hintern tut vom Fahren weh.\u201cBewunderer der gehobenen Literatur erkennen sofort .. Hier ist ein Poet verloren gegangen. 13.03. \/ 14.03. 2 N\u00e4chte in Tupiza. Es ist sonnig und hei\u00df.Eigentlich wollte ich mich auf die Spuren von Butch Cassidy and Sundance Kid begeben. 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