{"id":4612,"date":"2013-12-31T15:09:34","date_gmt":"2013-12-31T14:09:34","guid":{"rendered":"http:\/\/j-ontheroad.at\/?p=3270"},"modified":"2025-07-27T10:05:41","modified_gmt":"2025-07-27T10:05:41","slug":"weit-sind-wir-nicht-gekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/index.php\/2013\/12\/31\/weit-sind-wir-nicht-gekommen\/","title":{"rendered":"weit sind wir nicht gekommen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fotos <a href=\"https:\/\/j-bauer.at\/piwigo\/index.php?\/category\/147\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Album<br><\/a>Andis <a title=\"Video\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DGQ58w59bOA&amp;feature=youtu.be\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Video<\/a> \u00fcber die ersten Tage<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>22.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tagesausflug zum Fort Bulnes, etwa 60 km s\u00fcd-\u00f6stlich von Punta Arenas. Eine der ersten Siedlungen in dieser unwirtlichen Gegend, um die Magellan Stra\u00dfe zu \u00fcberwachen. Nach ungef\u00e4hr 6 Jahren sind sie ein St\u00fcck weiter nach Norden gezogen und haben Punta Arenas gegr\u00fcndet, weil sie die Wetter und andere Natur-Bedingungen da unten nicht ausgehalten haben.<br>Wir treffen im Hostel zwei Burschen und ein M\u00e4dchen, die zu Fu\u00df vier Tage noch ein St\u00fcck weiter nach Cabo Froward gewandert sind. Cabo Froward ist der s\u00fcdlichste Punkt des Festlandes. Sie erz\u00e4hlen, dass sie viele Fl\u00fcsse und B\u00e4che \u00fcberqueren mussten. Es ist ihnen so vorgekommen, als w\u00fcrde die Erde das ganze Wasser, das durch den Kontinent rinnt, da unten ausweinen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>23.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir laufen von A bis Z alles ab und versuchen rauszufinden, wo wir hin m\u00fcssen, um Andis Motorrad aus dem Zoll zu bekommen.<br>Am fr\u00fchen Nachmittag sehen wir dann im Internet, dass das Schiff angelegt hat. Wir fahren zum Frachthafen und fragen wie lange das abladen dauert und ob es noch m\u00f6glich ist, das Motorrad am 24. Vormittag abzuholen. Wir erhalten die Antwort, dass sie das nicht genau sagen k\u00f6nnen. Bei starkem Wind werden die Container nicht vom Schiff gehoben. Man sieht, wer hier unten bestimmt, wann gearbeitet wird.<br>Wenn ich so nachdenke, ich bin mir sicher, dass das Wort \u201eWind\u201c am h\u00e4ufigsten in meinem Blog vorkommt. Manchmal r\u00fcttelt er so stark am Motorrad, wenn es abgestellt ist, dass die Alarmanlage losgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Abend treffen wir Steve und Judy zum Essen. Auch sie sitzen auf unbestimmte Zeit in Punta Arenas fest und warten, dass ihr Ersatzteil eintrifft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>24.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend ich mein Motorrad zum Mechaniker bringe, l\u00e4uft Andi zum Hafen und startet einen letzten Versuch mit seinem Motorrad.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe Gl\u00fcck. Mein Dichtring am Sto\u00dfd\u00e4mpfer ist nicht kaputt. Es hat sich nur zu viel Dreck abgelagert und die Dichtung war einfach nicht mehr dicht und hat den \u00d6laustritt verursacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andi hat kein Gl\u00fcck. Der Container wurde zwar abgeladen, aber der Zoll \u00f6ffnet diesen heute nicht mehr. Er bekommt zumindest ein Datum genannt &#8211; 26.12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es macht f\u00fcr ihn keinen Sinn, mit nach Puerto Natales zu kommen. Wir entscheiden uns f\u00fcr eine Trennung. Andi bleibt in Punta Arenas. Ich mache mich auf den Weg nach Puerto Natales.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und w\u00e4hrend ich am fr\u00fchen Nachmittag mit klammen Fingern und klappernden Z\u00e4hnen Richtung Norden fahre, denke ich an euch zu Hause, wie ihr im warmen Wohnzimmer &#8211; vielleicht vor einem Kamin &#8211; sitzt und eure Geschenke auspackt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Hostel verbringe ich einen sehr netten Abend mit ein paar Leuten. Bis sp\u00e4t in die Nacht hinein sitzen wir zusammen und quatschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>25.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regenwetter. Punkt.<br>Ich widme mich den gesammelten Werken von Sir Arthur Conan Doyle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>26.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warten auf meinen Kumpel. Erneut liege ich weitgehend auf der Couch rum. Am Nachmittag erhalte ich endlich eine Nachricht, dass er und sein Motorrad vereint sind und dass er auf dem Weg nach Puerto Natales ist. Die ganze Prozedur hat etwas l\u00e4nger gedauert als angenommen. Wie Andi erz\u00e4hlt, mussten sie zu dritt auch noch auf die Jagd nach einem blinden Passagier in Form eines Insektes gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>27.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Wieder unterwegs\u201c, das war der urspr\u00fcngliche Titel dieses Artikels. Die n\u00e4chsten zwei Tage werden wieder zu einer Herausforderung. Wir freuen uns, dass wir knapp zwei Wochen nach Andis Ankunft endlich mit zwei Motorr\u00e4dern unsere gemeinsame Reise starten k\u00f6nnen. Wir kommen nicht sehr weit, schaffen gerade mal 200 km.<br>\u00dcber die Ruta 9 fahren wir Richtung Nationalpark Torres del Paine. Eine wundersch\u00f6ne Strecke. Wir bleiben ein paar mal stehen, um Fotos zu machen. Die wolkenverhangenen drei Zacken k\u00f6nnen wir auch aus der Entfernung betrachten, deshalb verzichten wir darauf, den teuren Eintritt in den Park zu zahlen. Bei der Ortschaft Torres del Paine \u00fcberqueren wir die Grenze zu Argentinien mit dem Ziel El Calafate. Wir m\u00f6chten 2 N\u00e4chte bleiben, um eine Tagestour zum Gletscher Perito Moreno zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz nach der Grenze bleibt Andi stehen. Irgendetwas stimmt nicht. Ich bemerke, dass sein Hinterreifen keine Luft hat. Andi ist keine 500km gefahren und hat seinen ersten Platten. Noch dazu der Hinterreifen. Der Vorderreifen w\u00e4re viel einfacher zu wechseln. El Calafate liegt noch 200 km vor uns.<br>Andi hat noch einen zweiten Schlauch und wir beginnen den Hinterreifen auszubauen. Als wir diesen herunten haben, n\u00e4hert sich ein Motorrad. Es ist Steve aus Amerika mit dem wir gemeinsam auf der F\u00e4hre von Porvenir nach Punta Arenas waren. Wir sind leider nicht mit Montiereisen ausger\u00fcstet. Steve hingegen schon. Er bietet uns seine Hilfe an. Er sagt, dass er schon viele Reifen gewechselt hat und erkl\u00e4rt uns, wie man am besten vorgeht, wo man am ansetzt, worauf man acht geben sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andis Hinterreifen h\u00e4tte komplett neu sein sollen. Wir kommen drauf, dass der Schlauch viel zu gro\u00df f\u00fcr den Reifen war und drinnen verwurstet ist. Der Schlauch war auch nicht neu, sondern bereits zweimal geflickt. Ebenso war der Reifen entgegen der Laufrichtung auf der Felge montiert. Sein Reifenh\u00e4ndler hat da ordentlich was versaut. Da wir schon dabei sind, nehmen wir gleich den ganzen Reifen von der Felge, um auch diesen Fehler zu korrigieren. Von der Felge genommen sehen wir dann, dass der Reifen innen komplett aufgerieben ist, Gummist\u00fccke fallen heraus. Steve meint sofort, der neue Schlauch wird sehr schnell kaputt gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir entscheiden uns trotzdem den Ersatzschlauch einzubauen und zu versuchen so weit wie m\u00f6glich zu fahren. Nach ungef\u00e4hr 2 1\/2 Stunden m\u00fchsamer Arbeit sind wir bereit, weiter zu fahren. Steve sollte recht behalten. Andi kommt nur wenige Kilometer weit und der Hinterreifen ist wieder platt. Auf meinem GPS Ger\u00e4t sehe ich, dass sich etwa 30 km weiter eine Tankstelle befindet. Andi f\u00e4hrt langsam und schlingernd mit seinem platten Reifen weiter.<br>Steve bleibt bei uns. Sein Sprit wird knapp. Wir erreichen die Tankstelle Tapi Aike. Es ist blo\u00df ein Au\u00dfenposten. Zwei Zapfs\u00e4ulen, eine Mini Shop, wo man das Notwendigste kaufen kann, eine Polizeistation mit Zusatzgeb\u00e4ude und eine Garage. In einer offenen Halle stehen ein paar Baufahrzeuge rum. Sprit wird aktuell keiner verkauft, den gibt es nur f\u00fcr Einheimische und Notf\u00e4lle. Es sind gerade mal 4 Leute hier. Der Tankwart, der nicht immer da ist. 2 Polizisten und ein Bauarbeiter, der aber nur tempor\u00e4r hier ist, weil er auf einer der Estancias etwas baggern muss. Es gibt kein Telefon, kein Mobilfunknetz und auch \u00fcber Funk kann man El Calafate nicht erreichen. Wo sind wir hier? Werden die Polizisten hierher strafversetzt, wenn sie Mist gebaut haben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir \u00fcberlegen einen Plan und entscheiden dann, dass Andi in Tapi Aike campt, ich heute 110 km zur\u00fcck nach Puerto Natales fahre, morgen 250 km nach Punta Arenas, um einen Reifen und einen Schlauch zu kaufen.<br>Wir rechnen das zeitm\u00e4\u00dfig durch. Wenn ich gegen 7 starte, bin ich in 3 1\/2 Stunden in Punta Arenas. Ich brauche ca. 2h bis 2 1\/2h bis ich einen Reifen und Schlauch finde und bin gegen 16 Uhr wieder bei Andi. Er bereitet alles soweit vor, dass wir gleich mit der Arbeit beginnen k\u00f6nnen. Wir schaffen es in zwei Stunden den Reifen zu montieren und erreichen dann El Calafate, das noch ca. 160 km entfernt liegt, gegen 20 Uhr abends.<br>F\u00fcr mich wird es eine verdammt harte Tour. 75 0km an einem Tag, aber es ist zu schaffen. Soweit unser Plan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich verlasse die beiden. Andi gibt Steve noch 2 Liter Benzin, damit dieser es bis zur n\u00e4chsten Tankstelle schafft. Ein Polizeibeamter zeigt Andi einen Platz, wo er ein Zelt aufstellen kann. Die Nacht ist eisig und Andi hat keinen Schlafsack. Am n\u00e4chsten Tag wacht Andi neben einer Katze und einem Hund auf, die ebenfalls Unterschlupf in seinem Zelt gesucht haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der vielen Wechsel zwischen Chile und Argentinien und der vielen Aufregung, wei\u00df ich schon gar nicht mehr, in welchem Land ich gerade bin und in welches ich einreisen m\u00f6chte. Die Grenzbeamten m\u00f6chten wissen, warum ich am selben Tag wieder zur\u00fcck nach Chile m\u00f6chte. Gegen 21 Uhr erreiche ich Puerto Natales, komme in einem Hostel unter und versuche noch \u00fcber Internet rauszufinden, wo es in Punta Arenas Reifen gibt. Der andere Steve, mit Judy, gibt mir Tipps. Wie erw\u00e4hnt, sitzen die beiden ja auch noch immer in Punta Arenas fest und warten auf die Teile f\u00fcr ihre Harley.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>28.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Plan von gestern war ja gut durchdacht. ABER \u2026 wir haben einen wichtigen Faktor vergessen \u2026 Das Wetter!<br>Am Morgen regnet es. Das ist bei dieser K\u00e4lte zwar nicht so fein, aber was soll ich machen? Ich mache bei meiner Kleidung dicht, was dicht machen geht und fahre kurz nach 7 Uhr los.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Handschuhe sind bereits nach kurzer Zeit durchn\u00e4sst. Mehrmals bleibe ich stehen und halte meine H\u00e4nde hinten an den Auspuff, um sie zu w\u00e4rmen. Ich ziehe noch ein paar Socken \u00fcber meine Handschuhe, das hilft aber auch nur begrenzt. Kurzzeitig schneit es dann auch noch. Etwa 50km vor Punta Arenas wird das Wetter zum Gl\u00fcck besser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen dem schlechten Wetter und den Pausen, ist es schon nach 11 Uhr, als ich endlich in Punta Arenas ankomme. Ich fahre zuerst zum BMW Mechaniker, der mir Tage zuvor meinen Sto\u00dfd\u00e4mpfer repariert hat. Der hat geschlossen. Ich fahre weiter zu einem Honda H\u00e4ndler, den wir bei einem Spaziergang entdeckt haben. Dieser hat keinen passenden Reifen. Ich fahre weiter in die zollfreie Zone. Dort erhalte ich beim dritten Gesch\u00e4ft endlich einen Reifen. Schlauch haben sie keinen. Der Verk\u00e4ufer telefoniert rum und gibt mir eine Adresse, wo ich einen passenden Schlauch erhalte. Dort muss ich eine Nummer ziehen.<br>Ich habe Nummer 48, aktuell wird Nummer 28 bedient. Es ist 12:10. Samstags schlie\u00dfen die Gesch\u00e4fte um 12:30. Ich habe Angst, dass ich nicht mehr bedient werde und mache mich bereit, wenn notwendig, um Hilfe zu betteln. Als ich den Schlauch in H\u00e4nden halte, ist es schon fast 12 Uhr 45. Ich habe keine Chance mehr Montiereisen zu beschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Punta Arenas ist es warm und sonnig. Die Leute laufen mit kurzen \u00c4rmeln rum. Ich hoffe blo\u00df, dass sich das Unwetter im Norden verzogen hat oder dass es sich zumindest abgeregnet hat. Weit gefehlt, es wird viel schlimmer. Als ich mich wieder den Wolken n\u00e4here, wird es eisig kalt. Zuerst beginnt das Wasser der Regentropfen an meinem Visier zu frieren. Bald darauf beginnt es stark zu schneien. Die gro\u00dfen nassen Schneeflocken klatschen mir an den Helm und nehmen mir nach wenigen Sekunden die Sicht. Andauernd wische ich mit meiner linken Hand das Visier frei. Manchmal stecke ich die Hand zwischen die Beine, um sie ein wenig zu w\u00e4rmen. Meine rechte Hand am Gashebel ist dem Wetter gnadenlos ausgeliefert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr gut 100 km qu\u00e4le ich mich durch einen heftigen Schneesturm. Die Landschaft f\u00e4rbt sich langsam in wei\u00df. So sieht der Sommer in Patagonien also aus.<br>Ich denke nicht, ich f\u00fchle nicht, ich klammere mich blo\u00df an meinem Motorrad fest und gebe Gas. In Puerto Natales tanke ich noch mal auf und trinke zitternd eine hei\u00dfen Becher Kaffee. Der verschwindet ohne Wirkung in meiner kalten Kehle. Bei der Passkontrolle zu Argentinien bildet sich eine Pf\u00fctze um mich, weil mir das Wasser aus \u00c4rmeln und Hose tropft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz nach 18 Uhr komme ich endlich bei Andi an. Keine Zeit zu plaudern, sehen wir zu, dass wir fertig werden! Andi beginnt mit der Montage. Ich setze mich kurz an den Ofen, um mich ein wenig aufzuw\u00e4rmen, dann helfe ich Andi. Zeitweise bekommen wir auch Unterst\u00fctzung von dem Bauarbeiter. Der Bauarbeiter hat ein frisches Lamm und fragt uns, ob wir mit ihm Abendessen m\u00f6chten, er kann es in den Ofen schieben. Ich lehne dankend ab und sage, dass wir so schnell wie m\u00f6glich von hier weg wollen.<br>Nach 2 Stunden ist der Reifen endlich fertig. Aufpumpen. Die Luft bleibt nicht im Reifen. Es ist zum M\u00e4use melken. Ohne richtiges Werkzeug haben wir den Schlauch wohl kaputt gemacht, als wir den Reifen auf die Felge gewuchtet haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Langsam kriecht Verzweiflung hoch. Was tun? Andi meint, er h\u00e4lt mich nur auf, ich soll alleine weiterfahren, er wird schon irgendwie weiter kommen. Aber es wird niemand zur\u00fcckgelassen.<br>Nach der heutigen Fahrt will ich nicht und kann ich nicht hier drau\u00dfen bleiben. Wir treffen erneut eine Entscheidung. Andi bleibt eine weitere Nacht hier. Diesmal darf er drinnen schlafen. Ich fahre nach El Calafate, organisiere dort ein Hostel, sehe mich am n\u00e4chsten Morgen nach irgendeiner L\u00f6sung um und komme zur\u00fcck. Andis Plan war, den kaputten Reifen zu montieren und die 160 km Nach El Calafate zu fahren. Eine verr\u00fcckte Idee.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich komme gegen 22 Uhr im Hostel an, laufe dann noch durch ein paar Gesch\u00e4fte, um Geld auf dem \u201eSchwarzmarkt\u201c zu wechseln. Das hei\u00dft, in kleinen Lebensmittelm\u00e4rkten oder Souveniershops zu fragen. Der offizielle Kurs liegt bei 1USD = 6 Pesos. Auf dem \u201eSchwarzmarkt\u201c kriegt man zwischen 8 und 9 Pesos f\u00fcr 1 USD. Danach kaufe ich noch etwas zu essen. Ein Sandwich, eine 200ml Flasche Whiskey und Wasser. Der Verk\u00e4ufer spricht englisch und meint: Eine seltsame Kombination.<br>Vom st\u00e4ndigen Kopf einziehen und gegen den Wind ank\u00e4mpfen, der dauernd am Helm r\u00fcttelt, bin ich am Genick und Schultern vollkommen verspannt. Nachdem ich gegessen und ein paar Schl\u00fccke aus der kleinen Flasche genommen habe, falle ich nur mehr ersch\u00f6pft ins Bett.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>29.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgeruht bin ich bei weitem nicht. Gegen 10 Uhr fahre ich los zu Andi. Meine Idee: Andi samt Reifen und Felge aufzuladen und nach El Calafate zu bringen. Den Reifen am n\u00e4chsten Tag reparieren zu lassen &#8211; heute ist Sonntag &#8211; und ihn zur\u00fcck zum Au\u00dfenposten zu bringen, um das Motorrad zu holen.<br>Als ich in Tapi Aike ankomme, kann ich meinen Augen nicht trauen. Andi ist bereit abzufahren &#8211; mit seinem Motorrad, mit dem neuen Reifen und einem geflickten Schlauch. Der Halunke hat es doch tats\u00e4chlich alleine geschafft, alles wieder hinzukriegen &#8211; den Schlauch zu flicken und den Reifen auf die Felge zu wuchten.<br>Bis 11 Uhr abends hat er gearbeitet. Er ist noch rechtzeitig fertig geworden, bevor sie den Stromgenerator abgedreht haben und alles dunkel wird. Nach den zwei Tagen ist auch er fix und fertig. Zwei mal f\u00e4llt er einfach samt Motorrad um, als wir auf der Strecke nach El Calafate kurz stehen bleiben. 10 km vor El Calafate geht ihm auch noch der Sprit aus. Es ist ein Drama.<br>Als wir endlich am fr\u00fchen Nachmittag das Hostel erreichen, nimmt er nur noch eine Dusche. Binnen Sekunden schl\u00e4ft er ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir bleiben bis 2. Januar 2014 in El Calafate. Wir brauchen eine Pause.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wir Abends essen gehen, treffen wir wieder auf Steve. Steve ist 55 Jahre alt und hat viele Jahre als Lehrer in Afrika gearbeitet. Er ist seit 18 Monaten unterwegs, in Afrika, Asien und jetzt in S\u00fcdamerika. Die Wiedersehensfreude ist gro\u00df. Wir sitzen am Abend gem\u00fctlich in unserem Hostel bei zwei Flaschen Wein zusammen und erz\u00e4hlen Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke f\u00fcrs Lesen und einen guten Rutsch, J\u00fcrgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besucht auch<a href=\"http:\/\/www.africatwin.at\/forum\/viewtopic.php?f=10&amp;t=4210&amp;start=99&amp;sid=4ec425299df652a950493223dc68bfad\"> Andis<\/a> Beitrag, um seine Version der Geschichte zu lesen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fotos AlbumAndis Video \u00fcber die ersten Tage 22.12. Tagesausflug zum Fort Bulnes, etwa 60 km s\u00fcd-\u00f6stlich von Punta Arenas. Eine der ersten Siedlungen in dieser unwirtlichen Gegend, um die Magellan Stra\u00dfe zu \u00fcberwachen. 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