{"id":4114,"date":"2014-09-19T22:34:26","date_gmt":"2014-09-19T21:34:26","guid":{"rendered":"http:\/\/j-ontheroad.at\/?p=4114"},"modified":"2025-09-12T14:59:20","modified_gmt":"2025-09-12T14:59:20","slug":"lebenszeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/index.php\/2014\/09\/19\/lebenszeichen\/","title":{"rendered":"Lebenszeichen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/j-bauer.at\/piwigo\/index.php?\/category\/162\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Album<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">5 1\/2 Monate sind seit der R\u00fcckkehr von meiner gro\u00dfen Reise vergangen. 5 1\/2 Monate, in denen sich viel getan hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wieder zu Hause musste ich bemerken, dass sich im Gro\u00dfen und Ganzen nicht viel ver\u00e4ndert hat. Doch .. da waren schon ein paar Dinge. Freunde sind schwanger geworden, haben Kinder bekommen, haben sich getrennt oder neue Partner gefunden. Aber das gro\u00dfe Gef\u00fcge ist gleich geblieben.<br>Als ich gleich nach meiner R\u00fcckkehr meine Ex-Kollegen in der Firma besucht habe, ist es mir vorgekommen, als w\u00e4re ich nur eine Woche weg gewesen. Ein paar Mitarbeiter sind gegangen, neue sind gekommen. Aber dieses kulturelle Gef\u00fcge hat sich nicht ver\u00e4ndert. Ich war sofort wieder assimiliert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun bin ich seit 1 1\/2 Monaten wieder zur\u00fcck .. an meinem alten Arbeitsplatz .. gleiche Firma, gleiche Position, gleicher Schreibtisch, gleiche Arbeit .. mehr Geld \ud83d\ude09<br>Wieder in der alten Umgebung machen sich auch all die anderen Dinge bemerkbar, die sich nicht ver\u00e4ndert haben. Da l\u00e4uft die etwas skurrile Frau mit ihrem schwarzen zerzausten Terrier durch die Gegend, mit dem sie dauernd spricht. Die zwei alten Herren, die sich fast jeden Tag in der Fr\u00fch einen Kaffee aus dem Automaten vom Supermarkt geholt haben. Den Supermarkt gibt es nicht mehr. Der wurde schon vor einiger Zeit woanders neu gebaut. Jetzt m\u00fcssen sie ein St\u00fcck weiter gehen. Und all die anderen Kleinigkeiten.<br>So ganz der Gegensatz diese Best\u00e4ndigkeit, im Vergleich zu mir, der st\u00e4ndig in Bewegung war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So habe ich mich wieder eingef\u00fcgt in ein \u201enormales\u201c Leben, oder in das, was von der Masse als Normal verstanden wird. Ich bezeichne es mehr als \u201eWahnsinn\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es hat gut 8 Wochen gedauert, bis meine Verletzungen verheilt waren. Leichte Sch\u00e4den sind geblieben und werden wohl auch bleiben. Meine linke Schulter ist um etwa 3-4 cm k\u00fcrzer, weil sich die Knochen des Schl\u00fcsselbeins \u00fcberlagern. Sch\u00f6nheitswettbewerb werde ich wohl keinen mehr gewinnen. \ud83d\ude09 Auch bei meinem rechten Daumen, werde ich wohl nicht mehr die volle Kraft erreichen. Aber ich muss ja auch nur auf die Computer Tastatur hauen und solange ich am Gasgriff drehen kann, ist das kein Problem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem meine Schulter verheilt war, habe ich einen Scooter gekauft, damit ich wieder mobil bin. Als meine Freunde geh\u00f6rt haben, dass ich schon wieder ein motorisiertes 2-Rad habe, waren sie der Meinung, dass meine Lernkurve ziemlich flach ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich war in Berlin. Zweimal. Das erste Mal f\u00fcr ein paar Tage, um meine Freunde Esra und Paul zu besuchen und Jamie, ihre Freundin kennenzulernen, die f\u00fcr ein Jahr in Berlin gelebt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zweite Mal, als ich mit meinem Scooter nach Holland gefahren bin, um Renate und Bart zu besuchen. Ich war f\u00fcr 12 Tage unterwegs. Habe, mit mehreren Zwischenstopps in Regensburg, Hannover, Frankfurt, zuerst Kerstin in Berlin besucht und bin dann weiter zu Renate und Bart, mit denen ich ein paar Tage verbracht habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Berlin habe ich alle Schl\u00fcssel in meinen Heckkoffer gesperrt, der vom Schl\u00fcsseldienst ge\u00f6ffnet werden musste. Auf der Weiterfahrt habe ich 100 EUR f\u00fcr ein, aus meiner Sicht, Bagatellvergehen gezahlt, weil mir ein Spezialfall der Stra\u00dfenverkehrsordnung nicht bekannt war. In einem der Hotels habe ich Chuck Norris getroffen. Da war doch tats\u00e4chlich ein junger Kanadier, der Chuck Norris wie aus dem Gesicht geschnitten war. Mann, hast du mal mit deiner Mutter gesprochen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines der Hostels war nahe dem Bahnhof und die Gegend nicht sehr vertrauenserweckend. Vom Zimmer im zweiten Stock aus konnte man beobachten, wie die Prostituierten irgendwelche Drogen einwarfen. \u201eChuck Norris\u201c kam damit nicht ganz zurecht.<br>Es war ein neues Erlebnis, mit einem Scooter etwa 3.500 km auf Reise zu gehen. So kann ich auch das von meiner Liste streichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre werde ich wohl keine langen Fernreisen machen. Ich habe ein Grundst\u00fcck gekauft, mit einem sehr alten Haus darauf, dass ich bald wegrei\u00dfen m\u00f6chte. Ich habe 4 1\/2 Jahre in Eisenstadt gewohnt. In dieser Zeit ist mir bewusst geworden, dass ich mich in dieser Gegend sehr wohl f\u00fchle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck von meiner Reise habe ich dann \u00fcberlegt, wie es in meinem Leben weitergeht. Eine Weile habe ich \u00fcberlegt, einen Job in Wien zu suchen und wieder dorthin zu ziehen. Aber mir war schnell klar, dass ich das nicht will. Und dann war da dieses Angebot, ein Grundst\u00fcck in Gro\u00dfh\u00f6flein (gleich neben Eisenstadt), ein St\u00fcck weiter oben, am Hang des Leithagebirges .. ich habe zugegriffen. Es gibt viel zu tun .. sehr viel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hin und wieder schreibe ich eine Mail oder eine Nachricht an den einen oder anderen, die ich auf der Reise getroffen habe. Ich muss zugeben, viel zu wenig. Unterwegs habe ich sehr viel mehr kommuniziert. An einige Personen habe ich seit langem nicht mehr geschrieben. Viel zu sehr hat mich das Leben hier wieder in Anspruch genommen .. die Arbeit, mein Grundst\u00fcck, meine Pl\u00e4ne, einen festen Wohnsitz zu schaffen. An vielen Tagen bin ich vom Aufstehen bis ins Bett gehen besch\u00e4ftigt, um alles auf die Reihe zu kriegen. Aber auch das wird sich wieder legen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich verfolge die Reisen der anderen. Einige der Personen, die ich getroffen habe sind noch immer unterwegs, oder schon wieder<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/faizalbpmw?fref=ts\"> Faizal<\/a>,<a href=\"http:\/\/moto-mikey.com\/\"> Mike<\/a>,<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/eli.nelsonheath?fref=ts\"> Eli<\/a> , \u2026 ich beneide sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Motorrad ist auch wieder nach Hause gekommen. Wenn ich daran denke, mit welchem Aufwand und mit welchen Kosten das ganze verbunden war, w\u00e4re es besser gewesen, ich h\u00e4tte es in Peru gelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Re-Import meines Motorrades war weit m\u00fchsamer, als manches, was ich unterwegs an Grenz\u00fcbertritten erlebt habe. Ich wollte doch nur mein eigenes Motorrad zur\u00fcck haben!<br>Transportdokumente, Reisepass, Fahrzeugpapiere, F\u00fchrerschein und der Verweis auf meinen Blog, wo ja jede Menge Fotos zu finden sind, haben nicht gereicht, um zu beweisen, dass es sich um mein Motorrad handelt.<br>Das w\u00e4re doch viel zu einfach. Es war ein z\u00e4hes Hin und Her, mit nicht enden wollenden e-mails. Ich musste mir selbst eine Proforma-Rechnung mit dem Fahrzeugwert ausstellen &#8211; GERING, das Motorrad ist ja kaputt &#8211; und am Ende hat der Zoll verlangt, dass ich alle verf\u00fcgbaren Dokumente \u00fcber die Reise sende. Ich dachte blo\u00df nur mehr: Verarschen die mich jetzt oder was ist los?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe knapp 40 Seiten an Grenz\u00fcbertritt Dokumenten, Rechnungen von Services usw eingescannt. Die Logik hat sich mir nicht ganz erschlossen.<br>Vielleicht waren sie beim Zoll einfach nur zu faul, um sich vom Schreibtisch zu erheben und einen Blick in die Transportkiste zu werfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angekommen ist ein Haufen Eisen, tot und blutleer. Vor dem Transport mussten alle Fl\u00fcssigkeiten abgelassen werden, so wurde es jeden Lebens beraubt. Und es war verdreckt. Staub, von den Schotterpisten Patagoniens, der in jede noch so kleine Ritze gekrochen ist. Manchmal hart wie Beton und kaum wegzukriegen. Ich habe begonnen das Motorrad zu reinigen, schraube alles ab was geht und schrubbe manchmal mit einer Zahnb\u00fcrste.<br>Viele Stunden habe ich bereits damit verbracht. Die Emotionen sind zur\u00fcck gekommen. Der Haufen Eisen beginnt sich wieder zu ver\u00e4ndern. Es ist wieder Mein Motorrad und es wird wieder fahren .. bereit sein f\u00fcr neue Abenteuer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J\u00fcrgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Album 5 1\/2 Monate sind seit der R\u00fcckkehr von meiner gro\u00dfen Reise vergangen. 5 1\/2 Monate, in denen sich viel getan hat. Wieder zu Hause musste ich bemerken, dass sich im Gro\u00dfen und Ganzen nicht viel ver\u00e4ndert hat. Doch .. da waren schon ein paar Dinge. 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