{"id":3231,"date":"2013-12-22T03:45:30","date_gmt":"2013-12-22T02:45:30","guid":{"rendered":"http:\/\/j-ontheroad.at\/?p=3231"},"modified":"2025-07-26T17:11:46","modified_gmt":"2025-07-26T17:11:46","slug":"wo-geht-es-hier-nach-alaska","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/index.php\/2013\/12\/22\/wo-geht-es-hier-nach-alaska\/","title":{"rendered":"Wo geht es hier nach Alaska?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/j-bauer.at\/piwigo\/index.php?\/category\/149\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Album<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2026 aber zuerst Mal die Geschichte zur letzten Etappe nach Ushuaia.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>17.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir stehen sehr fr\u00fch auf. Um 9 Uhr geht die F\u00e4hre nach Isla Grande de Tierra del Fuego. Eine Stunde vorher \u201emuss\u201c man am F\u00e4hrhafen sein. Auch einige Leute aus dem Hostel sind vor Ort. Ein Franzose, der seit gut 2 1\/2 Jahren mit dem Fahrrad unterwegs ist und ein paar Backpacker, die Isla Magdalena mit ihren vielen Pinguinen besuchen wollen. Steve und Judy treffen mit ihrer Harley ein. Mit ihnen wollen wir gemeinsam bis \u00fcber die argentinische Grenze fahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcberfahrt nach Tierra del Fuego dauert knapp 2 1\/2 Stunden. Die Insel ist zweigeteilt. Ein Teil geh\u00f6rt Argentinien, ein Teil Chile. Die ersten 150km sind erneut Schotterpiste, aber in einem sehr guten Zustand, es staubt blo\u00df sehr. Wir fahren Richtung Osten, haben R\u00fcckenwind und kommen gut voran.<br>Wenn man in einer Gruppe f\u00e4hrt, ist der Blick st\u00e4ndig im R\u00fcckspiegel. Mal verliert man sich, weil jemand Pinkelpause macht, aber es kann auch andere Gr\u00fcnde geben.<br>Andi und ich haben die F\u00fchrung. Nach ungef\u00e4hr 120km verlieren wir Steve und Judy aus den Augen.<br>Nachdem wir ein, zwei Minuten gewartet haben und die beiden nicht auftauchen, steigt Andi ab und ich kehre um. Die Harley steht am Stra\u00dfenrand. Steve ist am schrauben. Er wei\u00df noch nicht was los ist. Ich sehe zu. Nach einer Weile hole ich Andi ab, der gut 1 1\/2 Kilometer weiter wartend am Stra\u00dfenrand sitzt.<br>Steve hat keine guten Nachrichten. Er hat die Abdeckung des Motors abgeschraubt. Die Erde ist schwarz vom Motor\u00f6l getr\u00e4nkt. W\u00e4hrend Steve die Ursache ermittelt, bemerke ich, dass bei einem meiner vorderen Sto\u00dfd\u00e4mpfer massiv \u00d6l austritt. Der Dichtring ist kaputt. Im Vergleich zu Steves Problem ziemlich harmlos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Harley ist eine Antriebskette im Motor gerissen. Eine Reparatur vor Ort ist nicht m\u00f6glich. Er braucht einen Truck.<br>Gut, die Grenze zu Argentinien liegt ungef\u00e4hr 30 km entfernt. Ich fahre los. An der Grenze frage ich, wo es Hilfe gibt. Ein Polizeibeamter sagt mir, 15 km zur\u00fcck an der Strecke gibt es einen Mechaniker in einer Estancia.<br>Ich fahre also wieder zur\u00fcck, halte an der Estancia an und erkl\u00e4re was los ist. Arturo, der Mechaniker, nimmt seinen Werkzeugkoffer und steigt ins Auto. Ich sage: Nein, wir ben\u00f6tigen keinen Mechaniker, wir ben\u00f6tigen einen Abschleppwagen. Arturo ruft einen Bekannten an und sagt mir dann, dass dieser in ungef\u00e4hr einer Stunde kommt. Ich fahre zur\u00fcck zu Steve, Judy und Andi.<br>Wir warten. Der Wind weht stark, die Sonne brennt vom Himmel. Eingepackt in unsere Motorradkleidung, Gesichtsmasken und T\u00fccher sitzen wir am Stra\u00dfenrand &#8230; mal plaudernd, mal schweigend in Gedanken versunken. Der Verkehr ist dicht. Von den vorbeifahrenden Autos, LKWs und Bussen werden wir mit Staub bedeckt.<br>Auch nach 1 1\/2 Stunden ist kein Pickup da. Ich fahre erneut zur Estancia, Arturo ruft erneut seinen Kumpel an. Dieser verspricht zu kommen. Ich warte in der Estancia. Der Pudel der Familie ist anfangs etwas eingesch\u00fcchtert von mir, giert aber nach Streicheleinheiten, sobald er sich an mich heran getraut hat.<br>Ich frage, ob der Wind hier das ganze Jahr weht. Arturo meint: Ja, aber im Moment ist er nicht so stark. Ach? Nicht so stark?<br>Nach gut einer Stunde erscheint der Pickup. Zur\u00fcck bei Judy, Steve und Andi verladen wir die Harley, mit Unterst\u00fctzung von anderen Motorradfahren, die gerade vorbeikommen und den Luxus eines Begleitwagens genie\u00dfen, auf den Pickup Truck. Steve und Judy m\u00fcssen zur\u00fcck nach Porvenir, mit dem kaputten Motorrad d\u00fcrfen sie nicht nach Argentinien einreisen, Andi und ich fahren weiter Richtung Grenze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen 19 Uhr wechseln wir auf die argentinische Seite. Wir haben noch knapp 300 km vor uns. Da wir in Ushuaia ein Hostel gebucht haben, entscheiden wir die Anstrengung auf uns zu nehmen und durchzufahren. Die Geschwindigkeit ist diesmal etwas h\u00f6her als sonst. Wo es m\u00f6glich ist, sind wir mit 110 bis 120 km\/h unterwegs. Wir fahren gegen den Sonnenuntergang und k\u00e4mpfen gegen Wind und K\u00e4lte. Ein Gl\u00fcck, dass es erst gegen halb elf Uhr Abends dunkel wird. M\u00fcde und durchfroren kommen wir mit dem letzten Tageslicht in Ushuaia an. Das Zielfoto geht sich leider nicht mehr aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>18.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute bringen wir die letzten Kilometer ans \u201eEnde der Welt\u201c hinter uns, welches durch das Ende der Stra\u00dfe &#8222;Ruta 3&#8220; im Nationalpark Tierra del Fuego gekennzeichnet ist. Gro\u00dfe Fotosession. Einige Touristen fragen, woher wir sind, wie lange wir unterwegs sind. Ein paar machen Fotos von den \u201everr\u00fcckten\u201c Motorradfahrern, von uns, mit uns, mit dem Motorrad. Es ist fast so, als h\u00e4tte man ein Rennen gewonnen.<br>Den Rest des Tages verbringen wir gem\u00fctlich in Ushuaia.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>19.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein sch\u00f6ner Flecken Erde dieses Patagonien. Die Natur ist einfach nur atemberaubend. Gerne w\u00fcrden wir l\u00e4nger verweilen. Leider bleibt uns keine Zeit. Aber ich komme bestimmt wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab heute geht es Richtung Norden.<br>Rio Grande, das mittendrin auf der Strecke liegt, hat wenig Flair. Wir halten blo\u00df zum Tanken, fahren die ganze Strecke zur\u00fcck und \u00fcbernachten in Porvenir, einem kleinem St\u00e4dtchen gegen\u00fcber von Punta Arenas. Unsere F\u00e4hre geht erst am n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Hostel treffen wir auf Pablo, seinen Vater und einen Bruder. Sie sind Obsth\u00e4ndler, handeln vorwiegend mit getrockneten Fr\u00fcchten, Datteln, N\u00fcsse, Pistazien,\u2026 . Zum Teil kommt die Ware aus Chile, zum Teil importieren sie aus verschiedenen Teilen der Welt und fahren dann mit ihrem Pickup durch S\u00fcdchile, um diese Fr\u00fcchte zu verkaufen. Mit ihnen verbringen wir einen lustigen Abend im Hostel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider erhalten wir auch eine schlechte Nachricht. Andis Motorrad verz\u00f6gert sich erneut um zwei Tage und kommt erst am 23.12. Abends in Punta Arenas an. Es ist nicht sicher, ob wir das Motorrad noch vor Weihnachten aus dem Zoll kriegen. Wir hoffen auf ein kleines \u201eWeihnachtswunder&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>20.12. &#8211; 21.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck in Punta Arenas.<br>Die n\u00e4chsten drei Tage hei\u00dft es warten, da wir Wochenende haben, gibt es auch keine Antworten vom Spediteur oder von den Leuten vor Ort. Das Ganze ist etwas m\u00fchsam und dr\u00fcckt auf die Stimmung. Punta Arenas ist zwar ganz nett, aber wir h\u00e4tten die Zeit gerne an einem gem\u00fctlicheren Ort abgewartet.<br>In Punta Arenas gibt es eine BMW Werkstatt, die ich am Samstag Vormittag besuche, um meinen Dichtring austauschen zu lassen. Auch hier ist \u00fcber das Wochenende geschlossen. Es ist ein Drama.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie es weitergeht und ob wir Andis Motorrad noch erhalten haben, meines repariert wurde und wie wir Weihnachten verbracht haben, erf\u00e4hrt ihr im n\u00e4chsten Beitrag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Sinne w\u00fcnsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie immer Danke f\u00fcrs Lesen, J\u00fcrgen.P.S.<br>F\u00fcnf Monate On und Off the Road hinterlassen sichtbare Spuren beim Material. Im <a href=\"https:\/\/j-bauer.at\/piwigo\/index.php?\/category\/148\">Album<\/a> ein paar Fotos \u00fcber den aktuellen Zustand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Album \u2026 aber zuerst Mal die Geschichte zur letzten Etappe nach Ushuaia. 17.12. Wir stehen sehr fr\u00fch auf. Um 9 Uhr geht die F\u00e4hre nach Isla Grande de Tierra del Fuego. 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