{"id":3198,"date":"2013-12-17T03:45:17","date_gmt":"2013-12-17T02:45:17","guid":{"rendered":"http:\/\/j-ontheroad.at\/?p=3198"},"modified":"2025-07-26T16:40:33","modified_gmt":"2025-07-26T16:40:33","slug":"fast-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/index.php\/2013\/12\/17\/fast-da\/","title":{"rendered":"Fast da"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>12.12. &#8211; 13.12.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich morgens meine vielen Schichten an Kleidung anziehe, kommt es mir vor, als w\u00fcrde ich mich auf einen Flug in den Weltraum vorbereiten und nicht auf eine Fahrt mit dem Motorrad. So stelle ich mich heute wieder als Spielball der Natur zur Verf\u00fcgung. Ich setze erneut \u00fcber nach Chile. Puerto Natales liegt nicht weit hinter der Grenze. Bei der Grenzkontrolle lasse ich schnell einen Apfel am Stra\u00dfenrand verschwinden. Hatte doch glatt vergessen, dass hier alles durchsucht wird. Das R\u00f6ntgen der Taschen bleibt mir diesmal erspart, aber die Dame vom Gesundheitsministerium m\u00f6chte \u00fcberall reinsehen und ein wenig st\u00f6bern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Langsam geht mir mein Bargeld aus. In Andis Gep\u00e4ck befindet sich meine neue Bankomatkarte und ein paar neue USD. Die letzten Tage war es meist Mikrowellen Futter aus dem Supermarkt. Der letzte Haarschnitt liegt auch schon eine Weile zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Puerto Natales treffe ich auf der Stra\u00dfe wieder mal auf zwei \u00d6sterreicher, diesmal zwei Steirer, die mit ihrem umgebauten Landcruiser Pickup auch schon l\u00e4nger unterwegs sind. Sind auch von Norden gekommen, ihr n\u00e4chstes Ziel ist auch Alaska. Die Konzentration an \u201eWelt\u201c-Reisenden wird immer gr\u00f6\u00dfer. Der Flaschenhals, wenn man so sagen will, wird immer enger. Umgebaute Pickups, Wohnmobile, Motorradfahrer und Radfahrer. Viele Deutsche und Franzosen sind unterwegs, die Franzosen meist in Gruppen von zwei bis vier Fahrzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Natur nimmt teilweise bizarre Formen an. Vom Wind gestaltet stehen die B\u00e4ume schief in der Landschaft, die Baumkronen zeigen alle in eine Richtung. Hellgr\u00fcnes Moos h\u00e4ngt wie in Fetzen in den \u00c4sten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>14.12. Besuch aus der Heimat!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich treffe am fr\u00fchen Nachmittag in Punta Arenas ein. Per Mail und SMS h\u00e4lt mich Andi auf dem Laufenden, wo er im Moment ist. 4 Mal umsteigen, alles verl\u00e4uft wie geplant. Gegen halb sieben empfange ich ihn am Flughafen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Freude ist gro\u00df, es wird gefeiert. In zwei Lokalen machen wir Sperrstunde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>15.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Sonntag ist Wahltag. An einem Wahltag ist es bei Gesetz verboten, Alkohol auszuschenken und zu verkaufen. Im Supermarkt sind die Regale versperrt. Auch die Restaurants haben geschlossen. Die Chinesen scheinen von diesem Gesetz ausgenommen zu sein. Wir essen daher in einem der zwei ge\u00f6ffneten chinesischen Restaurants und erhalten dort auch Bier. Da Andis Motorrad mit einer Woche Versp\u00e4tung ankommt, \u00fcberlegen wir, wie wir die Zeit am besten nutzen k\u00f6nnen. Wir entscheiden das Wichtigste f\u00fcr vier Tage einzupacken, den Rest im Hostel zu lassen und mit einem Motorrad Richtung Ushuaia weiter zu fahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Vormittag fahren wir zum F\u00e4hrhafen, um die \u00dcberfahrt zu reservieren. Leider werden heute nur die Tickets f\u00fcr die aktuelle \u00dcberfahrt verkauft. Wir sehen zu, wie sich die F\u00e4hre langsam mit Fahrzeugen und Passagieren f\u00fcllt. In zwei Tagen wollen auch wir uns auf das Schiff begeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur noch eine Barriere aus Wasser und wenige hundert Kilometer trennen mich vom &#8222;Ende der Welt&#8220;. Ich kann es kaum erwarten, anzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>16.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute zu Fu\u00df unterwegs. Erneut zum F\u00e4hrhafen, der gute 5 km vom Hostel entfernt liegt. Wir reservieren die \u00dcberfahrt. Auf dem R\u00fcckweg sehen wir zuf\u00e4llig Steve und Judy, die uns mit dem Motorrad entgegenkommen. Sie m\u00f6chten noch heute auf Feuerland \u00fcbersetzen, F\u00e4hre geht keine, heute ist Ruhetag. Wir sehen uns morgen um 9 Uhr am Hafen wieder, wie sie mir sp\u00e4ter per mail mitteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht mag es f\u00fcr den ein oder anderen seltsam klingen, aber morgen ist ein wichtiger Tag f\u00fcr mich auf dieser Reise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke f\u00fcrs Lesen, J\u00fcrgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.12. &#8211; 13.12.\u00a0 Wenn ich morgens meine vielen Schichten an Kleidung anziehe, kommt es mir vor, als w\u00fcrde ich mich auf einen Flug in den Weltraum vorbereiten und nicht auf eine Fahrt mit dem Motorrad. So stelle ich mich heute wieder als Spielball der Natur zur Verf\u00fcgung. Ich setze erneut \u00fcber nach Chile. 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