{"id":3152,"date":"2013-12-11T19:32:32","date_gmt":"2013-12-11T18:32:32","guid":{"rendered":"http:\/\/j-ontheroad.at\/?p=3152"},"modified":"2025-07-26T16:27:55","modified_gmt":"2025-07-26T16:27:55","slug":"lamas-kreuzten-seinen-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/index.php\/2013\/12\/11\/lamas-kreuzten-seinen-weg\/","title":{"rendered":"Lamas kreuzten seinen Weg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/j-bauer.at\/piwigo\/index.php?\/category\/145\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Album<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcberschrift w\u00fcrde sich hervorragend als Buchtitel eignen. \ud83d\ude42<br>Der letzte Beitrag ist schon eine Weile her. Anfang Dezember habe ich eine Erk\u00e4ltung eingefangen, die ich eine Weile mitgeschleppt habe. Das kalte Wetter hat auch nicht unbedingt zur vollst\u00e4ndigen Genesung beigetragen. Da hatte ich ganz einfach nicht viel Lust zu schreiben oder gro\u00dfartig etwas zu unternehmen. Mittlerweile geht es mir wieder gut und ich bin schon weit im S\u00fcden in El Calafate angekommen. Aber der Reihe nach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>30.11. &#8211; 02.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch in Valdivia in Chile.<br>Christian, ein Gast aus Uruguay im Hostel, wollte die letzte Nacht mit dem Bus nach Argentinien weiterreisen. Er ist aber sp\u00e4t abends wieder ins Hostel zur\u00fcck gekommen. Es geht kein Bus mehr. Anscheinend streiken die Zollbeamten, es d\u00fcrfte tags\u00fcber aber einen Notbetrieb geben. Ich versuche es und fahre am Morgen Richtung Argentinien los, im schlimmsten Fall muss ich umkehren.<br>Die Bef\u00fcrchtungen sind unbegr\u00fcndet. An der Grenze ist wenig los, die Aus- und Einreise dauert nicht sehr lange.<br>Bald hinter der chilenischen Grenze \u00e4ndert sich die Landschaft drastisch. Ein weiterer Landstrich ist grau und d\u00fcster. Die B\u00e4ume sind tot und die Landschaft ist mit Schotter bedeckt. Das Ergebnis von Vulkanausbr\u00fcchen? Ich kann es nicht rausfinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00e4chsten 2 Tage bin ich in Bariloche. Landschaftlich sieht es aus wie in der Schweiz. Die Architektur in Bariloche ist eindeutig aus diesem Teil Europas gepr\u00e4gt. Auch die Schokolade haben sie mitgebracht. Auf der Hauptmeile von Bariloche findet sich alle paar Meter ein Gesch\u00e4ft, das die S\u00fc\u00dfigkeit in allen Formen anbietet. Schokoladepaste, Schokoladeriegel, Schokoladefiguren, Schokoladekonfit\u00fcre, Schokoladeeis, Schokoladebier, selbst einige H\u00e4user sind aus Schokolade. Die Eigent\u00fcmer haben alle H\u00e4nde voll zu tun, um die Kinder fern zu halten, die mit gierigen Blicken um die H\u00e4user schleichen. Am Ortsrand gibt es auch ein Schokolademuseum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich nutze die Gelegenheit, um mich k\u00f6rperlich mal wieder etwas zu bet\u00e4tigen. War schon lange nicht der Fall. Ungef\u00e4hr 25 km von Bariloche in der N\u00e4he von Llao Llao gibt es mehrere Wanderwege durch den Wald.<br>Die Kronen der hohen B\u00e4ume schwanken laut knarzend meterweit im starken Wind hin und her. Ich muss zugeben, das ist ein wenig be\u00e4ngstigend. Entlang des Weges liegen viele abgebrochene \u00c4ste und B\u00e4ume. W\u00e4r&#8216; doch bl\u00f6d gerade hier von einem fallenden Ast erschlagen zu werden. Ich sehe zu, dass ich weiter komme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>03.12.-04.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fenster im Zimmer im Hostel waren nicht ganz dicht. Es hat ganze Zeit gezogen. Heute morgen f\u00fchle ich mich nicht so gut. Eine Erk\u00e4ltung ist im Anmarsch. Bei \u201ekuscheligen\u201c 5 Grad C mache ich mich trotzdem auf den Weg.<br>Auf der ber\u00fchmten Ruta 40 fahre ich gegen S\u00fcden. Anfangs noch durch die \u201eAlpen\u201c. Langsam wird die Landschaft karg und die Berge werden zu sanften H\u00fcgeln. Der Wind nimmt an St\u00e4rke zu. Gegen die B\u00f6en, die mich hier manchmal durchr\u00fctteln, war der Wind in der Atacama ein Mail\u00fcfterl. Mit allen Mitteln versuche ich, die K\u00e4lte und den Wind davon abzuhalten, durch meine Kleidung zu kriechen. Mit Klettb\u00e4ndern mache ich meine \u00c4rmel dicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit leichtem Fieber komme ich in Esquel an. Ich treffe noch auf Hadas, ein M\u00e4dchen aus Israel, das den ganzen S\u00fcden rauf und runter getrampt ist. Mit ihr unterhalte ich mich eine Weile und lasse mir ein paar Tipps geben. Danach hole ich blo\u00df noch ein Medikament aus der Apotheke, etwas Nahrung aus dem Supermarkt und verschwinde ins Bett.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag bleibe ich weitgehend im Bett. Dann sehe ich mir die Route bis nach El Chalt\u00e9n nochmal an. Die n\u00e4chste Etappe w\u00e4re ca. 550 km, die \u00fcbern\u00e4chste knapp 600km. 550 km hatte ich in der Atacama schon hinter mir. Aber da waren die Bedingungen bei weitem besser als hier. Bei diesen Temperaturen sind, zumindest f\u00fcr mich, 300km das Maximum am Tag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>05.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das leichte Fieber habe ich zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Ich entscheide mich, wie geplant weiter zu fahren. Heute ist es etwas angenehmer. Der Wind ist nicht so stark, die Sonne scheint bei einem wolkenlosen Himmel.<br>Die Flora ist karg, braun mit gr\u00fcnen B\u00fcschen und vertrocknetem Gras, die Fauna ist jedoch sehr lebhaft. Sehr viele Lamas auf der ganzen Strecke, Schafe, K\u00fche, Wildpferde und eine Strau\u00dfenart. Manchmal stehen sie auf oder nahe der Stra\u00dfe, fl\u00fcchten aber, wenn ich mich n\u00e4here.<br>Pertio Moreno ist blo\u00df eine Zwischenstation im weiten Nichts. Wieder eine dieser Inseln umgeben von Land.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>06.12<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Weg nach El Chalt\u00e9n geht es irgendwann ab auf eine Schotterpiste, die es in sich hat. Die Spuren sind ausgefahren. Zwischen den Spuren hat sich der lose Schotter gesammelt, manchmal ist die Piste fest, oft findet sich nur tiefer loser Schotter. Der Wind weht von der Seite. Verbissen versucht man das Motorrad bei h\u00f6herer Geschwindigkeit in der 30 cm breiten Spur zu halten. Ger\u00e4t man doch mal in den losen Untergrund, schlingert man gef\u00e4hrlich dahin. Der Adrenalinspiegel schie\u00dft hoch. Geschwindigkeit reduzieren und versuchen, auf die feste Spur zu gelangen.<br>Irgendwo mittendrin treffe ich auf Judie und Steve, ein etwas \u00e4lteres P\u00e4rchen aus den USA. Sie sind seit ungef\u00e4hr 8 Monaten mit einer Harley unterwegs &#8211; mit einer Harley auf dieser Strecke. Ich folge ihnen, da ich nicht sicher bin, ob mein Sprit bis zur n\u00e4chsten Tankstelle reicht, sie haben noch einen Kanister dabei. Laut knatternd fahren sie vor mir her. Steve erz\u00e4hlt sp\u00e4ter: \u201eIch bin mit dem Motorrad auf Stra\u00dfen gewesen, wo ich nicht h\u00e4tte fahren sollen.\u201c Vieles ist kaputt gegangen, aber kleinere Sachen kann er selbst reparieren.<br>150 km geht es so dahin. Eine anstrengende Fahrt, aber es hat Spa\u00df gemacht. Die neue asphaltierte Stra\u00dfe ist bereits im Bau, nur darf man auf der noch nicht fahren. Die Abenteuer werden immer weniger. Nach und Nach wird alles zugepflastert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">El Chalt\u00e9n ist ein kleines Dorf am Fu\u00dfe des Mount Fitzroy. Besteht blo\u00df aus Unterk\u00fcnften, Restaurants, Souvenir- und anderen Gesch\u00e4ften mit allem, was der Trekker und Bergsteiger so ben\u00f6tigt. Von 1 bis 3 Tagestouren rund um den Mount Fitzroy und dem Gletscher ist hier alles zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die N\u00e4he zur Antarktis macht sich immer mehr bemerkbar. Die Berge sind nicht hoch 1.000m bis 2.500m ein paar Ausreisser \u00fcber 3.000m. Schneebedeckt sind sie alle. Gletscher winden sich bis tief in das Tal hinab.<br>Hier unten im S\u00fcden bleibt es auch sehr lange hell. Finster wird es erst gegen halb 11 Uhr abends.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>07.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bleibe weitgehend schlafend im Hostel. Meine Erk\u00e4ltung ist noch nicht weg. F\u00fcr einen 20 km Marsch zum Gletscher und zur\u00fcck f\u00fchle ich mich nicht fit genug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>08.12. &#8211; 11.12.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine kurze Fahrt nach El Calafate, kurz hei\u00dft etwa 200 km oder 3 Stunden. Geplant habe ich nicht viel, ich m\u00f6chte meine Erk\u00e4ltung auskurieren. El Chalt\u00e9n liegt landschaftlich sch\u00f6ner eingebettet, El Calafate ist aber etwas gr\u00f6\u00dfer und hat eine bessere Infrastruktur. Ich verbringe die Tage im Hostel meistens vor dem Fernseher. Das hilft, um Husten und Schnupfen weitgehend loszuwerden. Der Besuch von Gletschern und dergleichen muss etwas warten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterdessen erreicht mich eine schlechte Nachricht von Andi. Die Auswirkungen des Streiks der Zollbeamten in Chile machen sich bemerkbar. Andis Motorrad steckt noch immer in Valparaiso fest. Ihr k\u00f6nnt euch vielleicht erinnern. Vor \u00fcber drei Wochen habe ich das Schiff aus Europa einlaufen sehen. Das Motorrad kommt voraussichtlich mit einer Woche Versp\u00e4tung in Punta Arenas an. Das wirft die Organisation etwas durcheinander.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke f\u00fcrs Lesen, J\u00fcrgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Album Die \u00dcberschrift w\u00fcrde sich hervorragend als Buchtitel eignen. \ud83d\ude42Der letzte Beitrag ist schon eine Weile her. Anfang Dezember habe ich eine Erk\u00e4ltung eingefangen, die ich eine Weile mitgeschleppt habe. 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