{"id":2540,"date":"2013-09-21T15:19:59","date_gmt":"2013-09-21T14:19:59","guid":{"rendered":"http:\/\/j-ontheroad.at\/?p=2540"},"modified":"2025-07-02T07:22:26","modified_gmt":"2025-07-02T07:22:26","slug":"honduras-off-road-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/index.php\/2013\/09\/21\/honduras-off-road-2\/","title":{"rendered":"Honduras, Off-Road"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/j-bauer.at\/piwigo\/index.php?\/category\/132\">Album<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>10.09. &#8211; 14.09.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich verlasse Monterrico fr\u00fchzeitig und mache mich auf den Weg Richtung Honduras, mit dem Tagesziel Cop\u00e1n Ruinas, gleich hinter der Grenze. Eine weite Strecke liegt vor mir. Aber es geht gut voran. Etwa 80 km vor der Grenze sehe ich zwei BMW Motorr\u00e4der am Stra\u00dfenrand stehen. Es ist das erste Mal seit meiner Abreise, dass ich andere sehe, die ebenfalls wie ich Richtung S\u00fcden unterwegs sind. Ich bremse mich sofort ein. Es sind Renate und Bart aus Holland, ein sehr nettes P\u00e4rchen, die auch Richtung S\u00fcdamerika unterwegs sind. Wir beschlie\u00dfen, gemeinsam weiter zu fahren.<br>An der Grenze zu Honduras gibt es \u00fcberraschenderweise keine Helfer. Zur Erinnerung, die &#8222;Helfer&#8220; sind Personen, die einen an der Grenze begleiten und sagen: Lauf hierhin und dahin und am Ende wollen sie etwas Geld. Aber helfen tun sie nicht wirklich.<br>Wir ben\u00f6tigen etwa zwei Stunden, um die drei Motorr\u00e4der \u00fcber die Grenze zu bringen. Wieder von A nach B laufen und einen Haufen Kopien machen lassen. Viele Daten werden per Hand erfasst und in den Pass geschrieben. Bei den Abl\u00e4ufen an den Zentralamerikanischen Grenzen gibt es noch viel Verbesserungspotential, aber erneut kann ich \u00fcberhaupt nichts Negatives sagen. Wir wechseln Geld, bezahlen die Einfuhrgeb\u00fchren und sind in wenigen Minuten in Copan Ruinas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort halten wir vor dem Hotel\/Hostel\/Restaurant\/Bar ViaVia. Eine belgische Kette. Das Hotel wird von einem \u00e4u\u00dferst freundlichen und hilfreichen Belgier gef\u00fchrt. Er ist selbst Motorradfahrer und wei\u00df so gut wie alles \u00fcber Zentralamerika, gibt uns Tipps, welche Orte wir besuchen sollen, worauf wir achten sollen, wo es BMW H\u00e4ndler gibt und welche Stra\u00dfen wir nehmen sollen.<br>Er gibt uns auch Unterricht, wie man hier richtig Polizisten besticht.<br>In der Regel ist es so, dass bei einem Vergehen der F\u00fchrerschein einbehalten wird. Die Strafe wird bei der Bank bezahlt. Wenn die Strafe bezahlt ist, erh\u00e4lt man den F\u00fchrerschein wieder zur\u00fcck. Blo\u00df als Reisender hat man nicht die Zeit f\u00fcr solche Sachen. Man soll nie einen direkten Bestechungsversuch machen. Erst mal lange genug diskutieren und streiten. Dann damit argumentieren, dass man keine Zeit hat und weiter muss und fragen, ob es keinen anderen Weg gibt. Den Beamten fragen, ob es m\u00f6glich ist, ihm das Geld zu geben und er bezahlt die Strafe bei der Bank ein. Und dann hoffen, dass der Beamte darauf einsteigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir bleiben zwei N\u00e4chte in Cop\u00e1n Ruinas und feiern etwas in der ViaVia Bar. Ich bin froh, dass ich nach so langer Zeit gleichgesinnte Personen treffe, mit denen ich mich unterhalten kann. Unser Zeitplan bis Costa Rica ist ungef\u00e4hr gleich und so reisen wir f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage gemeinsam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag steht Sightseeing auf dem Plan. Cop\u00e1n war einst eine bedeutende Stadt der Maya. Mit einem kleinen TukTuk Taxi geht es zu den Ruinen. Wir drei passen kaum auf den R\u00fccksitz. Die Fahrt auf den steinigen, steilen Stra\u00dfen zu den Ruinen ist ein Abenteuer f\u00fcr sich. Mehrmals bef\u00fcrchte ich, wir m\u00fcssen aussteigen und schieben oder fallen ganz einfach um.<br>Die Ruinen sind weitl\u00e4ufig in einem gr\u00fcnen Tal, die alten Gem\u00e4uer mit B\u00e4umen \u00fcberwuchert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>12.09.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir fahren weiter nach La Esperanza, die letzten 30 Kilometer geht es Off-Road durch die Gegend. Mein erster wirklicher Off-Road Einsatz. Zeitweise ist es f\u00fcr mich als Neuling ziemlich anspruchsvoll. Aber ich komme heil an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wir am n\u00e4chsten Tag beim Fr\u00fchst\u00fcck sitzen, h\u00f6ren wir Trommelger\u00e4usche und Musik. Bart sieht nach. Es handelt sich um eine Parade von Kindern. Vielleicht Schulanfang, ich kann es nicht sagen. Anscheinend sind aus der ganzen Gegend die Schulen in La Esperanza zusammengekommen. Die unterschiedlichen Schulen haben unterschiedliche Motive. Die Kinder sind verkleidet, tanzen durch die Gegend. Zum Teil kommt es mir auch so vor, als h\u00e4tten die Kinder keine Ahnung, wof\u00fcr der ganze Humbug gut ist. Manchmal sehen sie m\u00fcde und gedankenverloren durch die Gegend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir fahren ab. Der erste Teil der Strecke ist wieder Off-Road. Anfangs fahren wir auf einer erdigen Stra\u00dfe. Wir gelangen an eine sehr schlammige Stelle. Es gibt nur eine Spur. Bart f\u00e4hrt vor, Renate wartet, bis er durch ist. Ich bin ganz hinten. Nach Bart startet Renate, um die schlammige Stelle zu \u00fcberwinden. Als sie mittendrin ist, kommt von der anderen Seite ein Kleinbus und qu\u00e4lt sich schleudernd den Berg hoch. Ich frage mich nur: Warum? Der Typ hat doch gesehen, dass es nur eine Spur gibt und Renate schon mittendrin ist. Der Bus steckt und Renate kann auch nicht vorbei. Sie stellt den Motor ab. Es wird gewartet. Hinter mir und auch von der anderen Seite n\u00e4hern sich weitere Fahrzeuge. F\u00fcr ein paar Minuten passiert gar nichts. Es w\u00e4re nicht so schwer, Renate ein St\u00fcck zur\u00fcckzuziehen, aber wozu? Der Busfahrer hat sich reingedr\u00e4ngt. Doch der sitzt bockend in seinem Fahrzeug. Letztendlich ziehen wir mit der Unterst\u00fctzung von ein paar Einheimischen das Motorrad von Renate ein St\u00fcck zur\u00fcck, damit der Bus vorbei kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stra\u00dfe wird steiniger. Irgendwann passiert es. Ich falle. Mein linker Koffer wird von der Halterung gerissen und sieht ziemlich mitgenommen und verzogen aus. Das Motorrad hat zum Gl\u00fcck nichts abbekommen. Bart und Renate sind hinter der n\u00e4chsten Kurve verschwunden. Ich richte das Motorrad auf. Dann leere ich den Koffer. Mit einem Stein schlage ich von innen auf Wand, um sie etwas auszubeulen. Bart kommt zur\u00fcck. Ich bekomme den Koffer soweit hin, dass er wieder auf die Halterung passt. Wasserdicht ist er nicht mehr. Auf der Innenseite ist ein kleines Loch. Aber er h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wieder auf einer asphaltierten Stra\u00dfe machen wir eine kurze Pause. Ein paar Schulkinder gesellen sich zu uns. Wir &#8222;unterhalten&#8220; uns eine Weile. Bart l\u00e4sst die beiden Jungen auf seinem Motorrad sitzen und im Leerlauf Gas geben. Die zwei haben sichtlich Spa\u00df an der Sache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In San Lorenzo, am Meer, machen wir uns auf die Suche nach einem Hotel. Wir fragen bei ein paar nach den Preisen. Zu teuer f\u00fcr das, was geboten wird. Bei einem Hotel beginnen wir zu handeln und dr\u00fccken den Preis etwas. Es gibt sowieso keine G\u00e4ste. Da ist es besser, etwas mit dem Preis runter zu gehen, als \u00fcberhaupt kein Gesch\u00e4ft zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>14.09.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist Samstag und die n\u00e4chsten drei Tage sind in Zentralamerika Feiertage. Auch in San Lorenzo findet am Vormittag eine Parade statt. Wir sehen nicht mehr ganz so lange zu, wie tags zuvor und fahren Richtung Nicaragua.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz vor der Grenze werden wir angehalten. Ein einzelner Polizist und ein ganzer Haufen von \u2018Helfern\u2019. Er will unsere Papiere sehen. Uns ist die Sache nicht ganz geheuer mit einem Polizisten und den vielen Leuten, die uns umringen und alle auf uns einreden. Wir wollen die Papiere nicht aus der Hand geben. Wir haben danach nochmal dar\u00fcber gesprochen. Es waren die Helfer, die uns da reingeritten haben, mit den Anmerkungen wir haben keinen Respekt vor der Polizei. Ab einem gewissen Zeitpunkt redet der Polizist nicht mehr mit uns und ruft \u00fcber Telefon Kollegen. Wir warten. Bart schl\u00e4gt vor, wir fahren einfach weiter. Ich rate davon ab, weil ich \u00fcberzeugt bin, das bringt uns in Schwierigkeiten. Ein paar Minuten sp\u00e4ter kommen zwei andere Polizisten auf einem Motorrad. Die Helfer sind verschwunden. Das Missverst\u00e4ndnis kl\u00e4rt sich und wir k\u00f6nnen weiterfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke f\u00fcrs Lesen, J\u00fcrgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Album 10.09. &#8211; 14.09. Ich verlasse Monterrico fr\u00fchzeitig und mache mich auf den Weg Richtung Honduras, mit dem Tagesziel Cop\u00e1n Ruinas, gleich hinter der Grenze. Eine weite Strecke liegt vor mir. Aber es geht gut voran. Etwa 80 km vor der Grenze sehe ich zwei BMW Motorr\u00e4der am Stra\u00dfenrand stehen. 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