{"id":2372,"date":"2013-08-26T05:04:53","date_gmt":"2013-08-26T04:04:53","guid":{"rendered":"http:\/\/j-ontheroad.at\/?p=2372"},"modified":"2025-06-08T13:19:41","modified_gmt":"2025-06-08T13:19:41","slug":"von-monterrey-nach-zacatecas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-bauer.at\/wp_america2013\/index.php\/2013\/08\/26\/von-monterrey-nach-zacatecas\/","title":{"rendered":"von Monterrey nach Zacatecas"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/j-bauer.at\/piwigo\/index.php?\/category\/129\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Album<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>22.08.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Tag in Monterrey wird mit rumlaufen im Stadtzentrum verbracht. Am fr\u00fchen Nachmittag beginne ich zu verstehen, warum mancherorts Siesta gehalten wird. Was tut man, wenn es zu hei\u00df wird? Richtig, man geht irgendwo rein, wo es k\u00fchl ist. In Monterrey bietet sich unter anderem das Museum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst an. Diverse Ausstellungen \u00fcber das Gestern, das Jetzt und das Morgen. Es ist das erste Mal, dass ich das Privileg genie\u00dfe, ein Museum f\u00fcr mich alleine zu haben. Au\u00dfer den Angestellten sind keine anderen Besucher anzutreffen. Ich h\u00e4tte mich gut und gerne in einem der dunklen S\u00e4le kurz schlafen legen k\u00f6nnen. Die Siesta halte ich nach dem Museumsbesuch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>23.08.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor ich losfahre, entdecke ich im Hostel noch einen Flyer, mit diversen Ausflugszielen. Ich denke mir &#8222;Irgendetwas musst du ja machen&#8220; und fahre zu den &#8222;Grutas de Garcia&#8220; etwa 35km von Monterrey. Die Grutas sind ein sehr gro\u00dfes H\u00f6hlensystem. Sehr viel spannender als die Ruby Falls in den USA. Riesige H\u00f6hlen, meterhohe Stalaktiten und Stalagmiten. Wege f\u00fchren oben durch und unten dr\u00fcber. Ein Spielplatz f\u00fcr Indiana Jones.<br>Da die Besichtigung mit allem drum und dran sehr viel l\u00e4nger als gedacht dauert, lasse ich meinen weiteren Plan, eine Strecke durch die Berge zu fahren, fallen und mache mich sofort auf den Weg Richtung Saltillo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Saltillo unterscheidet sich sehr von Monterrey. Ich spreche jetzt nur f\u00fcr die Innenstadt, in der ich mich bewegt habe. Monterrey ist mit der Einkaufsstra\u00dfe durchaus mit westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern vergleichbar.<br>Das Zentrum von Saltillo ist mehr oder weniger durch Quer- und L\u00e4ngs-Stra\u00dfen gepr\u00e4gt. Hier geht es zu, wie in einem Ameisenhaufen. Die Stra\u00dfen sind ein einziges Gewusel. Keine gro\u00dfen Superm\u00e4rkte. Manche der L\u00e4den bieten kleine Motorr\u00e4der an, daneben stehen ein paar Waschmaschinen und andere Ger\u00e4te, jeweils nur f\u00fcnf oder sechs St\u00fcck jeder Art. Es gibt viele kleine L\u00e4den, die Obst und Gem\u00fcse und andere Lebensmitteln anbieten. Spielwarengesch\u00e4fte, Bekleidung und Fastfood der mexikanischen Art, mit Tacos und Tortillas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>24.08., 25.08.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Fahrt nach Zacatecas bewege ich mich durchgehend auf einer beeindruckenden Hochebene auf ca. 2.000m Seeh\u00f6he. In weiter Ferne, am Horizont, ist die Ebene von h\u00f6heren Bergen begrenzt. Mal geht es durch einen Pass, um wieder auf einer weiten Fl\u00e4che zu landen. Vegetation besteht entweder aus einem Wald aus Kakteen oder es handelt sich um eine Art kleine Palme. Ich weiss es nicht. Es geht fast immer nur geradeaus. Zum Gl\u00fcck ist der Pinguin mit dabei. Wir wechseln uns beim Fahren ab. W\u00e4hrend er das Steuer \u00fcbernimmt, mache ich ein Nickerchen in einem der Koffer. Auf solchen Strecken frage ich mich immer, wie weit ich wohl komme, bis die Tankleuchte aufscheint. Ich schaffe 430km. Im Schnitt sind es 350 bis 370km. Bei ca. 400 km wechselt die Freude in Unsicherheit. Ist die Leuchte kaputt? Vor allem wenn die Tankstellen d\u00fcnn ges\u00e4t sind. Das sind die kleinen Dinge, mit denen ich mich auf langen einsamen Strecken besch\u00e4ftige. \ud83d\ude42<br>An einem Teil der Strecke denke ich mir. Sind das Bl\u00e4tter, die da langsam vom Wind \u00fcber die Stra\u00dfe getragen werden? Kann doch nicht sein. Bis ich sehe, dass es sich um sehr gro\u00dfe Heuschrecken handelt. Die, die von Autos \u00fcber- oder angefahre werden, werden einfach von den anderen gefressen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zacatecas liegt auf ca. 2.500m Seeh\u00f6he, eingebettet zwischen Bergen. Ihren Wohlstand hat die Stadt durch eine Silbermine, die knapp 400 Jahre lang ausgesch\u00f6pft wurde, erwirtschaftet. Das ging bis ca. 1960 so. Jetzt scheint die Stadt erfolgreich mit Tourismus zu wirtschaften. Es gibt viele gro\u00dfe Kirchen und fast noch mehr Museen.<br>Die Innenstadt ist von kleinen Stra\u00dfen, Gassen und Stufen gepr\u00e4gt &#8230; so viele Stufen. An vielen Ecken, in der ganzen Stadt verteilt, findet man Mini-L\u00e4den nur wenige Quadratmeter gro\u00df, die das Notwendigste anbieten. Manchmal sind es Handwerker, wie Schneider oder Schuster, die ihr Gewerbe betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich steige ca. 250 H\u00f6henmeter hoch zu &#8222;La Bufa&#8220;, die h\u00f6chste Erhebung, mit einer Kirche, einem Museum, Mausoleum usw. Von einem Ende der Stadt kann man auch die Seilbahn nehmen. Mein Herz rast beim Aufstieg. Kann es sein, dass man auf 2.400m schon so aus der Puste ger\u00e4t? Oder liegt es blo\u00df an mir?<br>Auch in Zacatecas ist die Polizei sehr pr\u00e4sent. Was, im Vergleich zu Monterrey und Saltillo, jedoch sofort auff\u00e4llt, die Fenster und T\u00fcren der H\u00e4user sind nicht vergittert. Das macht die Stadt um einiges freundlicher.<br>Mir kommt vor, ich bin schon mehr unter der Erde als dr\u00fcber. Ich sehe mir die Silbermine an. F\u00fcr umgerechnet 2 bis 5 EUR Eintritt, die ich hier im Schnitt f\u00fcr Touren oder f\u00fcr Eintritt zahle, mache ich vieles mit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Ankunft im Hostel,<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/hostalvillacolonial.cassot\"> Hostel Villa Colonial Cassot<\/a>, werde ich sofort fotografiert und auf die Facebook Seite des Hostels gegeben. Die Betreiber erz\u00e4hlen mir, dass hier einige Motorradfahrer Stop machen. Erst vor ca. einem Monat waren zwei \u00d6sterreicher hier. Ich bin also nicht der einzige \u00d6sterreicher, der unterwegs ist. Einer der Betreiber fragt mich, ob ich ein Bier m\u00f6chte. Klar, gegen eine kleine Flasche Bier habe ich nach einer langen Fahrt nichts einzuwenden. Er stellt mir eine 1.2l Flasche hin. &#8222;Das ist f\u00fcr dich.&#8220;<br>Im Hostel treffe ich auch wieder auf Henry, oder Enrique, wie er wirklich hei\u00dft. Henry war auch im Hostel in Monterrey. Er ist 60 Jahre alt und Notar. Seine erste Frau ist verstorben, von der zweiten ist er geschieden. Nun reist er durch das Land. Er fragt mich, wo ich hinfahre und gibt mir sofort Tipps. Hin und wieder erledigt er einen Job .. \u00dcbersetzungen, Beratung bei gesetzlichen Sachen. Mit den Leuten, die die Hostels betreiben, ist er auf Du und Du. Ich wei\u00df nicht, ob er einen festen Wohnsitz hat, mir kommt vor, als w\u00fcrde er im Kreis reisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf einem der \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tze beginnen am sp\u00e4ten Nachmittag Clowns mit ihrem Programm. Stra\u00dfenh\u00e4ndler verkaufen Zuckerwatte und andere S\u00fc\u00dfigkeiten. Der Platz ist voll mit Familien mit kleinen Kindern. Bis sp\u00e4t in die Dunkelheit hinein treiben die Gaukler ihre Sp\u00e4\u00dfe. Von einem gef\u00e4hrlichen Mexico ist nichts zu sehen. Nur fr\u00f6hliche Leute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danke f\u00fcrs Lesen, J\u00fcrgen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Album 22.08. Der zweite Tag in Monterrey wird mit rumlaufen im Stadtzentrum verbracht. Am fr\u00fchen Nachmittag beginne ich zu verstehen, warum mancherorts Siesta gehalten wird. Was tut man, wenn es zu hei\u00df wird? Richtig, man geht irgendwo rein, wo es k\u00fchl ist. In Monterrey bietet sich unter anderem das Museum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst an. 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