Schlagwort: Wein

  • nicht jeder kommt nach Hause

    nicht jeder kommt nach Hause

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    25.02. – 26.02.

    Nachdem ich einen weiteren Regentag in Mendoza abgewartet habe, fahre ich am Mittwoch weiter. Wie sich am Nachmittag herausstellt, war das ganz gut so.

    Laut Wetterbericht bleibt es heute trocken und ich nehme mir eine größere Strecke von 400km bis nach Villa San Augustin vor. Andi und ich haben dort vor etwa einem Monat schon zwei Nächte verbracht. Nettes Hostel, relaxte Betreiber.

    Ich nehme diesmal aber von Mendoza aus eine andere, direkte Strecke. Es geht zügig voran und mein Motorrad macht auch keine Probleme. Auf den letzten 150km durch die Pampa begegnen mir nur sehr wenige Autos. Aufgrund der Probleme in den letzten Wochen habe ich noch ein wenig ein unsicheres Gefühl, alleine durch solche weite Strecken zu fahren. Aber das wird sich auch wieder geben.

    In Mendoza habe ich auf den Satellitenbildern gesehen, dass ein weiter Bereich dieser Gegend vom Regen betroffen war. Von Mendoza bis Villa San Augustin ist die ganze Landschaft in Wasser getränkt. Die Wüste und Pampa wurden in eine schlammige Ebene verwandelt. Die Gegend rund um Villa San Augustin scheint es  stärker getroffen zu haben. Ich bin zwar auf einer asphaltierten Straße, muss aber mehrere kleine Flüsse kreuzen. Zweimal wurde die Straße weggeschwemmt.

    Kurz vor dem Dorf versperrt ein breiter, stark fließender Fluss die Straße. Es warten bereits mehrere Autos. Ich fahre langsam bis zur Wassergrenze. Auf der anderen Seite winkt mir ein Polizist heftig, dass ich nicht durchfahren soll. Hätte ich zumindest auf Anhieb auch nicht vorgehabt. Busse, LKWs und Geländewagen werden durchgelassen. Klein- und Mittelklassewagen werden mit einem LKW der Gemeinde durch den Fluss geschleppt. Nach ein paar Minuten setzt der Polizist mit dem Polizeiwagen über und gibt mir zu verstehen, dass ich mit dem Motorrad nicht rüber darf. Vor zwei Tagen ist hier ein Motorradfahrer umgekommen.

    Ich muss warten, bis jemand mit einem Pickup-Truck vorbeikommt. Es dauert aber nicht sehr lange. Ich nehme mein Gepäck ab und mit Hilfe von ein paar anderen Personen heben wir das Motorrad auf den Wagen. Der Einheimische verdient sich kurzerhand ein paar Pesos, indem er noch andere Motorräder über den Fluss bringt.

    Vom Betreiber des Hostels erfahre ich dann mehr. Am Montag hat ein chilenischer Motorradreisender die Warnungen eines Campingplatzbetreibers nahe des Flusses ignoriert. Der Unglückliche wurde beim Versuch, den Fluss zu überqueren, vom Wasser mitgerissen und hat es nicht überlebt.

    27.02. – 28.02.

    Bevor ich abfahre bereitet mich der Hostelbetreiber noch darauf vor, dass ich zwei weitere Flüsse kreuzen muss. Sie sind zwar tief, das Wasser reicht mir bis halb zum Schienbein – auf dem Motorrad, aber sie sind nicht sehr stark. Jedoch muss ich, was mir weniger gefällt, mit nassen Schuhen und Füßen weiterfahren.

    Ich übernachte in La Rioja und in San Miguel de Tucumán. Es handelt sich bloß um Zwischenstationen. Ich mag diese großen Städte meist nicht. Es ist schwer sich zu orientieren und die Leute fahren wie verrückt.

    01.03. – ?

    Zurück aufs Land, zurück auf die Ruta 40. Die Gegend hier nahe den Anden ist ausgesprochen schön. Von Tucumán führt eine kurvige Strecke entlang eines Flusses durch das bergige Tafi de Valle. Es geht auf über 3000m hoch. Zwei gegensätzliche Landschaften auf der einen und auf der anderen Seite des Berges. Es regnet leicht von Tucuman weg. Grün und bewaldet ist die Gegend. Überquert man den Pass findet man sich in der kargen, trockenen, mit Kakteen bewachsenen Gegend des Calchaquíes Hochlandes wieder.

    Cafayate ist eine gemütliche kleine Weinbau-Stadt. Berühmt bzw. das Markenzeichen der Gegend sind Weine von der Torrontés Riojano Traube, ein Weißwein.

    Im Moment verlängere ich den Aufenthalt von Tag zu Tag. Nur mit dem Essen ist es hier so eine Sache. Vor 9 Uhr abends tut sich kaum etwas. „Essen? Die Küche sperrt erst um 9 Uhr auf.“ Vorher erhält man bloß Kleinigkeiten wie Sandwich, Salat oder Empanadas.

    Am Sonntag hat ein Motocross Rennen statt gefunden. Ich sehe eine Weile zu, wie die Fahrer mutig über die Strecke jagen.  Auch dem Wein Museum statte ich einen Besuch ab. Hier wurde dem Weinbau in der Region ein kleines Denkmal gesetzt. Die Geschichte, die Herkunft, die Rebsorten, wie wichtig Erde und das spärliche Wasser sind. … alles wird anschaulich und unterhaltsam erklärt.

    Der Norden Argentiniens hat es mir wirklich angetan. Die Landschaft, das sonnige Wetter, die Gemütlichkeit … der gute Wein, die Steaks. Eigentlich wollte ich ungefähr Mitte März schon nahe Ecuador sein, aber gerade vorhin habe ich wieder Geld gewechselt. Ich bleibe wohl noch ein paar Tage in dieser Gegend.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

     

  • Mendoza mit Renate und Bart

    Mendoza mit Renate und Bart

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    15.01. – 18.01.

    In Mendoza treffen wir wieder auf Renate und Bart aus Holland. Für die neuen Leser: Ich habe Renate und Bart in Guatemala kurz vor der Grenze zu Honduras getroffen. Wir sind dann gemeinsam eine Woche durch Honduras und Nicaragua gereist und haben diverse Abenteuer erlebt.

    In Bogota, Kolumbien, haben sich unsere Wege erneut für einen Abend gekreuzt. Nun sollten wir in Mendoza zum dritten Mal aufeinander treffen. Die beiden sind nach Süden unterwegs, Andi und ich nach Norden.

    Als sie meinen letzten Beitrag über die Begegnungen gelesen haben, schienen sie etwas enttäuscht, dass ich nicht ausführlicher über sie berichtet habe – mit Absicht. Die beiden sollten ihren eigenen Artikel erhalten. 😉

    Bart ist Feuerwehrmann und Renate hat in einer Bank gearbeitet. Sie sind enthusiastische Motorradfahrer und mit BMW F800 GS für gut 8 bis 9 Monate unterwegs. Wobei Renates Motorrad, wie es sich für ein Mädchen gehört, mit pinken Details versehen ist. 😉 Bis auf Andi, der nun mit mir reist, habe ich mit den beiden die meiste Zeit auf meiner Reise verbracht. Sie gehören zu den nettesten Leuten, die ich auf meiner Reise getroffen habe. Wir haben uns auf Anhieb verstanden.

    In Mendoza verbringen wir 4 gemeinsame Abende. Steaks werden verschlungen – es muss eine ganze Kuh gewesen sein – und Bier und Wein fließen in Strömen unsere Kehlen hinunter.

    An einem der Tage in Mendoza buchen wir eine ganztägige Weintour. In einem Kleinbus mit 10-12 anderen Leuten fahren wir durch die Gegend und besuchen 3 Weingärten, eine Fabrik, die Olivenöl produziert und einen Süßigkeitenladen, der auch diverse Alkoholika herstellt.
    Rund um Mendoza soll es an die 1.000 Weinproduzenten in verschiedener Größe geben. So stehen der Besuch einer großen geschichtsträchtigen Winery, eines jungen Betriebes und eines Familienbetriebes, wo alles mit Hand und ohne Pestizide gemacht wird, auf unserem Plan.
    Der Besuch der ersten Winery, Bodega Lopez, war ziemlich imposant. 50 Millionen Liter, so wird uns gesagt, werden hier pro Jahr produziert. Riesige Holzfässer im Erdgeschoss und im Keller ein riesiger Raum mit Metallbehältern. Die Holzfässer sind nur mehr zum Teil im Einsatz, alt und verbraucht und zu teuer, um sie weiterhin zu benutzen.
    Auch die kleine Firma, die Olivenöl produziert, war interessant. Wir erfahren einen Trick, wie man sehen kann, ob Olivenöl natürlich hergestellt wurde. Soweit ich das verstanden habe, stellt man hierzu das Olivenöl in den Kühlschrank und nach einiger Zeit sollten sich Wasserbestandteile und Öl trennen. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

    Die Hitze macht zu schaffen, man merkt gegen Nachmittag, wie die Leute immer müder werden. Beim dritten Weinproduzenten tun die Leute bloß noch interessiert, damit der Guide nicht ins Leere redet.

    Malbec ist die berühmteste Weinsorte rund um Mendoza. Malbec gibt es zum Frühstück, zu Mittag und zum Abendessen. Malbec zu jeder Zeit. Wir werden ständig daran erinnert, so viel Wein wie möglich zu trinken.

    Die Temperaturen liegen bei 38 bis 40 Grad. Zwischen 13 und 14 Uhr schließen die meisten Geschäfte und öffnen dann wieder gegen 17 und 18 Uhr oder später.

    Am Sonntag, den 19. Januar trennen sich Renate und Barts und unsere Wege. Es war ein herzlicher Abschied. Manche Begegnungen entwickeln sich zu Freundschaften. Ich zähle die beiden zu meinen Freunden und sehe sie in den Niederlanden wieder.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.

    Andis Video Don’t worry be happy

    P.S. Und hier kommt noch der Aufhänger für den nächsten Bericht. Da schreibe ich dann nämlich über unsere erste Bestechung.