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  • Willkommen in Mexico

    Willkommen in Mexico

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    21.08.

    Wie der Grenzübertritt funktioniert hat, kann auf der Info Seite für Mexiko Seite nachgelesen werden. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber ich habe es nicht so schlimm gefunden.

    Mein heutiges Ziel ist Monterrey, wo ich zwei Nächte verbringe. Ein Tag unter Leuten, zum „einleben“.
    Schon kurz nach der Grenze machen sich die großen sozialen und monetären Unterschiede in den USA bemerkbar. Weitgehend sind die Häuser schlecht gepflegt. Oft stehen nur Rohbauten oder verfallene Häuser. Entlang der Straße ist es schmutzig.

    Ich verzichte auf den Highway, der von Reynosa direkt nach Monterrey führt, aber Maut kostet. Stattdessen fahre ich den Highway 2 die Grenze entlang etwas nach Nord-Westen und danach die 54 Richtung Inland. Meist eine endlose leere Gegend, vergleichbar mit dem Outback in Australien, steinige Vegetation mit kleinen Bäumen und Sträuchern .. 25km gerade aus, eine leichte Kurve 35km gerade aus, … bis Monterrey geht es so weiter.

    Entlang der Grenze merkt man schnell, dass Krieg herrscht. Armee und Polizei sind vielerorts mit ihren Jeeps unterwegs. Auf der Ladefläche ist ein Maschinengewehr montiert. Dahinter ein vermummter Soldat/Polizist. Auf der Ladefläche befinden sich drei bis vier weitere Soldaten oder Polizisten. Sie sind meist in Gruppen von drei, vier Fahrzeugen unterwegs. Ein Hotel entlang der Grenze ist mit Sandsäcken geschützt, dahinter liegen zwei Soldaten mit ihren Gewehren im Anschlag.

    Dreimal werde ich an Kontrollpunkten gestoppt. Beim Ersten sind die Beamten sehr freundlich. Ich muss meine Koffer öffnen. Ein kurzer Blick rein. Währenddessen wieder die übliche Unterhaltung. Wohin .. usw?

    Beim nächsten Stopp sind die drei Soldaten etwas überheblich. Man muss die Sprache nicht verstehen. Auch aus dem Tonfall und der Mimik kann man genug ablesen. Blinkt der eine mit seiner Taschenlampe rum und fragt, ob ich eine dabei habe. Natürlich, irgendwo tief drinnen im Koffer in einer Tasche. Ich stelle mich dumm, verstehe nicht. Muss wieder die Koffer öffnen. Sie sind neugierig, stöbern ein wenig rum. Aber ich kann weiter. Wie ich immer sage, Deppen gibt es überall.

    Stop Nummer drei war wieder sehr freundlich. Wieder Koffer und Tasche öffnen. Der Beamte ist sehr an meiner Reise interessiert und wünscht mir mehrmals alles Gute.

    Ich möchte hier noch etwas zu den USA einwerfen. In einem meiner Beiträge habe ich über die Infrastruktur der Städte geschrieben. Dass vieles an der Autobahn liegt. Alle Geschäfte befinden sich auf der Durchzugsstraße, die Wohnhäuser befinden sich abseits. Um seine Sachen zu erledigen, benötigt man ein Auto, und alle sind auch mit dem Auto unterwegs. Am besten lässt es sich wohl so beschreiben: Diese Städte haben keine Seele. Ich habe mir das oft gedacht, wenn ich fast alleine durch die Straßen spaziert bin. Alles scheint auf reine Funktionalität ausgerichtet zu sein.
    Monterrey ist gleich komplett anders. Das Hostel befindet sich nahe dem Zentrum. Hier gibt es Leben in den Straßen. Die Leute sind zu Fuß unterwegs. Obwohl ich nur wenig verstehe, fühle ich mich gleich viel wohler.

    Ich versuche Geld abzuheben, was mir bei vier einheimischen Banken nicht gelingt. Ich bin schon etwas verzweifelt. Liegt es am Limit? Ich habe vorgestern in den USA noch einen größeren USD Betrag abgehoben, als Reservewährung. Habe ich ein wöchentliches Limit? Ich muß morgen unbedingt die Bank anrufen. Bei einem Internationalen Institut funktioniert es schließlich. Ich bin erleichtert.

    Anstatt ins Fast Food Restaurant, gehe ich heute mal in ein richtiges Restaurant. Ich möchte die einheimische Küche probieren. Soviel verstehe ich auf der Karte, dass es einen Abschnitt mit Hausgerichten gibt. Ich bestelle einfach mal irgendetwas. 3 Tortillas mit Hühnerfleisch, vollkommen bedeckt mit einer Art grüner Kürbissalsa, Bohnenpampe und zwei Stück Rindfleisch. Vom Geschmack her .. neu, für mich etwas gewöhnungsbedürftig.

    Zur „Gefährlichkeit“ kann ich noch nichts sagen. Der Hostelbesitzer sagt, es passiert hier nichts. Die Häuser sind zwar alle vergittert, aber die Gegend ist sauber, die Häuser sind gepflegt. Es gibt Cafes und Restaurants in den Straßen. Er bietet mir trotzdem an, das Motorrad in der Lobby abzustellen. Ich glaube ihm, dass es auch draußen sicher ist. Es wird wie üblich zugedeckt, die Alarmanlage ist aktiviert. Diesmal hänge ich, seit Jahren, auch das Schloss an die Bremsscheibe. Ich darf bloß nicht vergessen, es beim Wegfahren abzumachen. Sonst liege ich auf der Schnauze.

    Danke fürs Lesen, Jürgen.