2017 Frankreich Spanien Portugal Italien

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Im Juni 2017 bin ich mit dem Motorrad nach Portugal und wieder zurück gefahren. In 4 Wochen habe ich 8.500 km zurückgelegt. Ich muss zugeben, dass diese Strecke viel zu viel war.
Anders als z.B. in Südamerika, wo es weite Distanzen zwischen Dörfern und Städten gibt, ist Europa viel dichter und gedrängter und es gibt so viel an Kultur zu sehen und eine Unmenge an schönen Orten, an denen man gerne Zeit verbringen möchte. Auch 3 Monate wären zu wenig gewesen.

Im Folgenden findet sich eine lose Ansammlung an Eindrücken, Begegnungen und Erlebnissen, die ich in diesem Monat unterwegs erfahren habe. Klickt euch durch. Es waren wieder ein paar nennenswerte Ereignisse dabei, z.B. als ich im Schnee stecken geblieben bin, oder das Pärchen in Sevilla mit Hang zum dritten Reich.

Grenoble

Da war dieser Bursche im Hostel in Grenoble, der als Lieferfahrer für eine große Schreibwarenfirma arbeitete, abends Schach spielen ging und dessen Traum es ist Frankreich von Süd nach Nord zu durchwandern und sich von dem zu ernähren, was er auf Bauernhöfen, gegen Arbeit erhält und was die Leute ihm geben.

 

 

Palais Idéal / Ferdinand Cheval

In Hauterives in Frankreich kann man ein besonderes Bauwerk betrachten und auch begehen.

Es wurde von Ferdinand Cheval, einem Briefträger, über einen Zeitraum von über 30 Jahren in seinem Garten gebaut.

Die Steine dafür hat er aufgesammelt, während er seiner Arbeit nachging und Briefe ausgetragen hat.

Eigentlich wollte er darin begraben werden, hat aber keine Erlaubnis dafür erhalten.

http://www.facteurcheval.com/en/index.html

 

 

Burgen und Schlösser

.. gibt es in Frankreich, Spanien und Portugal unendlich viele. Mir kommt vor die Franzosen haben auf beinahe jedem Hügel etwas gebaut.

 

Puente Valentré, Cahors, Der Pakt mit dem Teufel

Mit dem Bau wurde 1308 begonnen. Es hat mehr als ein halbes Jahrhundert benötigt, um diese Brücke fertigzustellen. Es gibt die Legende, dass der Architekt, der nicht enden wollenden Bauzeit wegen, keinen anderen Ausweg wusste, als einen Pakt mit dem Teufel einzugehen. Als die Fertigstellung nahe war, wollte der Teufel die Seele des Architekten einkassieren. Dieser bat den Teufel, als letzte Tätigkeit, mit einem Sieb Wasser für die Arbeiter zu holen. Dies konnte der Teufel natürlich nicht erfüllen. Somit konnte auch der Vertrag nicht eingelöst werden und der Teufel fuhr fuchsteufelswild in die Hölle.

 

 

Aus Rache kam der Teufel jede Nacht zurück und riss den letzten Stein aus dem mittleren Turm. Die Arbeiter mussten jeden Tag wieder kommen und die Brücke wurde nie fertiggestellt. 1879 schließlich, als die Brücke renoviert wurde, hat der Baumeister eine Statute des Teufels an die Stelle des fehlenden Steins gegeben, dessen Klauen im Beton gefangen waren. Der Teufel kam nie wieder zurück.

Quelle Text und Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Pont_Valentré

 

Pamplona

Ich mochte Pamplona. Ich habe eine sehr nette Zeit in Pamplona verbracht.

Pamplona ist bekannt für das jährliche Sanfermines, ein 1 wöchiges Fest vom 6. bis 14. Juli. Es wird zu Ehren von Firmin, dem Älteren von Amiens, abgehalten. Die größten Attraktionen in dieser Woche sind die Stierläufe durch die Gassen (Encierros) und die Stierkämpfe in der Arena.

 

 

Ernest Hemingway war des Öfteren in Pamplona. Ein Teil seines Romans Fiesta spielt in Pamplona und vor allem in Hotels, Bars und Restaurants rund um den Plaza del Castillo.

Mir auch in guter Erinnerung, die unheimlich guten Tapas in unüberschaubaren Variationen für 1-2 EUR und Bier für 1 1/2 EUR. Man isst und trinkt sich einfach durch die einzelnen Bars.

An einem der Tage, an dem ich gemütlich durch die Stadt spaziere und ein paar Fotos mache, beobachte ich eine männliche Person, dem Gefühl nach um die 50. Dem Verhalten nach untypisch für den „typischen Bettler oder Schnorrer“ (ich gehe hier nicht näher auf typisch ein). Er war viel zu freundlich, hat viel zu viel Zeit mit den Personen verbracht.

 

Er spricht auch mich an, fragt woher ich komme, was ich tue. Ich gehe gemütlich weiter. Er läuft neben mir her, fragt mich aber nie nach Geld. Wir plaudern .. ich frage ihn, wer er ist, woher er kommt. Er erzählt mir, dass er ein syrischer Flüchtling ist. Er schläft im Park mit ein paar anderen, seine Familie ist noch immer in Syrien. Ich frage, ob es keine Einrichtung gibt, wo sein Fall bearbeitet wird. Er verneint. Ich gewinne den Eindruck, dass er sich illegal in Pamplona aufhält. Wir unterhalten uns eine ganze Weile. Schließlich frage ich direkt, ob er Geld benötigt / will. Verstohlen sieht er sich um, so als wollte er nicht dabei gesehen werden, es sind doch eine Menge Leute unterwegs. Ich gebe ihm ein paar Euro in die Hand und unsere Wege trennen sich.

 

Am nächsten Tag, als ich am Morgen das Hostel verlasse, sehe ich ihn an einer Kreuzung stehen. Er hat mich nicht bemerkt. Ich setze eine Sonnenbrille und ein Kappe auf und ziehe mir die Kapuze über. Ich folge ihm unauffällig immer auf Distanz – zumindest so gut ich konnte. Ich bin ja kein Profi bei so etwas. War ja das erste Mal, dass ich das gemacht habe. Ich laufe ihm eine ganze Weile durch die Straßen und Gassen nach. Irgendwann spricht er wieder eine Person an. Wie bei mir läuft er 10, 15 Minuten neben der Person her und redet mit ihr. Welcher Bettler / Schnorrer wendet schon so viel Zeit auf, um an ein paar EUR zu geraten oder gar nichts zu bekommen? Irgendwann habe ich das Gefühl, dass er mich entdeckt hat und ich breche die Aktion, nachdem ich ihm gut eine Stunde gefolgt bin, ab.

 

Ich bin mir noch immer nicht sicher, war er tatsächlich ein syrischer Flüchtling oder war es bloß seine Masche, Geschichten zu erfinden, um an Geld zu kommen?

Dann war da noch dieser Österreicher im Hostel, um die 30, der in London lebt, Architektur studiert (hat) noch nie in Portugal war, aber von Sintra begeistert ist und in Portugal leben möchte und dabei war ein umweltfreundliches Haus zu „erfinden“ und zu bauen – in Portugal.

 

 

Jakobsweg

Pamplona ist auch eine Zwischenstation für den Jakobsweg. Im Norden habe ich in den Hostels immer wieder Leute angetroffen, welche für nur eine Woche oder viele Wochen oder bereits über Jahre, jedes Jahr ein kleines Stück unterwegs sind.
Ich habe nicht gewusst, dass der Jakobsweg so ein internationales Phänomen ist. Ich dachte, das machen nur Europäer. Es waren Leute aus aller Herren Länder unterwegs, aus unterschiedlichen persönlichen Gründen.
So wie mir erzählt wurde, wird in diversesten Internetforen von den idealen Socken bis zum Hut alles diskutiert.
Im Norden Spaniens gibt es auf dem Jakobsweg Bettenlager mit hunderten Betten, selbst da kriegt man nicht immer einen Platz.

 

 

Bardenas Reales

Bardenas Reales ist ein halbwüsten ähnliches Gebiet und ein Nationalpark südlich von Pamplona. Eine Art Mini Death / Monument Valley. Auch Europa hat einige Überraschungen bereit.